Osnabrück (kla/nrc) l Nur eine Woche nach dem Sparkassen-Cup in Jena ging es für die Cousinen Selena und Esleida Pfannenschmidt vom 1. Schönebecker Judoclub zum nächsten großen Turnier. Der Crocodiles-Cup der U 12 und U 15 ist mit 626 Kämpfern, unter anderem mehrere Vereine aus Holland, ein Internationales Highlight. Die Judokas erwartete eine imposante Halle, in der sieben Wettkampfflächen aufgebaut waren. Noch nie hatten die beiden Schönebeckerinnen solch eine große Veranstaltung besucht.

Selena (bis 33 Kilogramm) traf im ersten Kampf auf Lena Blümel (Osnabrücker TB). Bereits nach fünf Sekunden entschied sie mit einem linker O-goshi den Kampf und zog ins Halbfinale ein. Hier ging es gegen eine bekannte Gegnerin. Dulce Moreno Bueno (BJC Braunschweig) . Doch mit einer deutlich ruhigeren Kampfweise entwickelte sich das Halbfinale zu einem spannendem Duell, in dem Selena die Nase mit klaren Aktionen im Stand und konsequentem Nachgehen am Boden vorn behielt. Mit einem linken O-goshi und einer schönen Gake-Technik konnte sie zwei Wertungen erkämpfen und bei zwei Minuten Kampfzeit diesen guten Vorsprung mit taktischer Raffinesse verteidigen. Somit zog Selena verdient ins Finale ein.

Hier stand ihr Anna-Marie Bredohl (Schwarz-Weiß Oldenburg) gegenüber. Die Oldenburgerin gewann ihre Kämpfe auf dem Weg ins Finale mit guter technischer Führung. Schönebecks Trainer Kevin Ladebeck nahm Selena noch einmal kurz beiseite, um ihr gegen die konterstarke Anna-Marie einen Tipp zu geben. Konzentriert stellte sich Selena dem Kampf. Gleich mit der ersten Aktion überraschte sie die Oldenburgerin und bekam für einen stark durchgezogenen linken O-goshi einen Waza-ari (Punkt). In Rückstand geraten musste die Gegnerin jetzt offensiver agieren und mehr riskieren. Doch Selena verteidigte geschickt ihre Führung und nutzte eine schlechte Bodenaktion der Gegnerin, um sie in eine Festhalte zu bekommen und das Finale mit einem Ippon zu gewinnen.

Esleida hatte nur eine Gegnerin in der Klasse ab 52 Kilogramm. Alina Kemna (SV Wietmarschen) konnte der hoch motivierten Schönebeckerin nicht viel entgegensetzen. Esleida nutzte ihre physische Überlegenheit und brachte Alina mit einem De-Ashi-Barai und einer anschließenden Festhalte um den Sieg.

Überglücklich über den Erfolg strahlten beiden den ganzen Tag. Auch wenn Esleida nur eine Gegnerin bezwingen musste, war die psychische Belastung trotzdem enorm hoch. Denn man weiß, dass man nur diese eine Chance hat, um sich die Goldmedaille zu sichern.