Im Verfolgerduell der Handball-Verbandsliga setzte sich die SG Lok Schönebeck am Sonnabend souverän beim bis dato zu Hause ungeschlagenen Güsener HC mit 35:24 (16:9) durch. Die Gäste zeigten dabei sehenswerten Sport nach dem Lehrbuch. Und auch Torhüter Robert Knörich erwischte einen "Sahnetag".

Güsen l Die Lok dampfte an diesem Nachmittag - und wie. Die Sieben von Trainer Henning Stapf zeigte sich eine Woche nach der unnötigen 25:27-Niederlage gegen den FSV Magdeburg um einiges fokussierter und ließ von Beginn an keinen Zweifel am Ausgang der Partie aufkommen. Geduldig sowie konzentriert trugen die Gäste ihr Angriffsspiel vor und warteten auf ihre Gelegenheit, die sie dann zumeist auch in Tore umwandelten. In der Deckung wirkten die Schönebecker stets wach und so fanden die Güsener nur selten einen Weg durch die kompakte Defensivreihe.

Während die Gastgeber zumindest anfangs noch mithielten, verstrickten sie sich mit zunehmender Spieldauer in viele technische Fehler, die Schönebeck eiskalt nutzte. So stand es nach 13 Minuten 8:4 für die Gäste. In sieben Minuten traf der GHC lediglich ein Mal, denn auch wenn die Güsener eine Lücke in der Abwehr fanden, scheiterten sie meist am bärenstarken Lok-Torhüter Robert Knörich. So war bereits beim 16:9-Pausenstand klar, dass die Hausherren ihre erste Heimniederlage in der Liga hinnehmen würden. "Wir haben zwölf klare Würfe nicht im Tor untergebracht und uns zusätzlich jede Menge technische Fehler erlaubt. Die Schönebecker haben das gut gemacht. Sie haben ihre Angriffe so aufgezogen, wie man es machen muss", fasste Güsens Co-Trainer Thomas Lepper die erste Hälfte zusammen.

Nach dem Seitenwechsel schraubte die Lok-Sieben den Vorsprung schnell auf zehn Treffer nach oben. Zwar gab der GHC nie auf, aber an diesem Nachmittag hatten Kevin Haßbargen und Co einfach kein Mittel gegen den Tabellenzweiten. Christopher Bretschneider und Andre Teske im Tor der Hausherren konnten einem fast leidtun. Auf der anderen Seite brachte Knörich den sonst so sicheren Siebenmeter-Schützen Kevin Haßbargen zur Verzweiflung. Lediglich einer der vier Würfe landete im Kasten der Schönebecker. Diesen Ehrentreffer erzielte allerdings Robert Klewe von der Linie, nachdem die Güsener Nummer zwei zum dritten Mal am Lok-Keeper gescheitert war. Auch in der Schlussphase ließen die Gäste nichts mehr anbrennen, hatten mittlerweile auch das Glück des Tüchtigen auf ihrer Seite. Denn selbst die Abpraller landeten nun bei den Gästen. Nach 60 Minuten leuchtete ein 35:24-Sieg für Schönebeck auf der Anzeigetafel.

"Das war unsere beste Deckungsleistung bisher in dieser Saison", freute sich Stapf und fügte noch ein weiteres Lob hinzu: "Bei der großgewachsenen Deckung der Güsener war es unser Ziel, das Spiel im Angriff breit zu machen und von jeder Position auf die Abwehr zu stoßen. Das hat die Mannschaft mit viel Geduld und einer tadellosen Einstellung bis zuletzt gut umgesetzt."

Thomas Lepper war auf der anderen Seite natürlich nicht sehr erfreut und sprach von einer "Lehrstunde", die seine Sieben erteilt bekam. Die Niederlage konnte und wollte der GHC-Coach aber nicht nur an der Leistung des Gegners festmachen: "Von unseren Außen kam so gut wie nichts im Angriff und sicher hat uns heute auch Christian Haßbargen gefehlt, der es zwar zwischenzeitlich versucht hat, aber einfach noch nicht so weit ist. Die Niederlage ging in Ordnung, fiel aber vielleicht ein wenig zu hoch aus. Die Abpraller, die dann auch noch bei Schönebeck landeten, waren sicherlich die Krönung dieses gebrauchten Nachmittags." Auch Stapf war über die Höhe des Auswärtssieges ein wenig überrascht: "Elf Tore Unterschied in Güsen will schon etwas heißen. Unser Erfolgsrezept war mit Sicherheit auch die deutliche Körpersprache, mit der wir auf dem Parkett agierten."

Güsener HC: Teske, Bretschneider - K. Haßbargen (6), Schirmeister, Schulz (3), Prause, Seydack, K. Lepper (1), Ch. Haßbargen (2), R. Klewe (5), Kampe (3), Heitzmann (3), Gerlach (1), Mache

Lok Schönebeck: Knörich - Schulz (1), Bauer (5), Warschkau (4), Kazmierowski (5), Mattisseck (3), Prokop, Meißner (5), Blumentahl, Riedel (3), Schröder (6), Krause (3)

Siebenmeter: GHC 4/1 - Lok 6/5; Zeitstrafen: GHC 3 - Lok 4