35:27 (18:13) - ein Ergebnis, an dem es augenscheinlich nichts zu meckern gibt. Die SG Lok Schönebeck gewann gegen den SV Lok Oschersleben und bleibt weiterhin auf Platz zwei der Handball-Verbandsliga. Eigentlich gäbe es also nichts, was Trainer Henning Stapf Anlass zur Kritik geben könnte - aber eben nur eigentlich.

Schönebeck l Zufrieden war der Coach nämlich ganz und gar nicht. "Ich weiß nicht, woran es lag, aber wir hätten dieses Spiel mit 40 Toren gewinnen können." Stapf sagte dies nicht aus Überheblichkeit oder aufgrund der Tabellensituation - Oschersleben ist Letzter - sondern aufgrund des Spielverlaufs.

Und da gab es zahlreiche Gründe für Kritik. Schönebeck startete gut und legte mit einem Polster von drei Toren vor (5:2). Aber dann leistete sich die Mannschaft einfache Fehler in der Deckung und vorn suchte sie zu hastig den Abschluss. Das Ergebniss: Oschersleben glich zum 5:5 aus und ging mit 6:5 in Front. Stapf nahm prompt eine Auszeit und wusch seinem Team den Kopf. "So konnte man nicht gegen eine Mannschaft spielen, die um den Klassenerhalt kämpft. Da müssen die Jungs auch damit leben, wenn es laut wird."

Die Worte zeigten Wirkung. Schönebeck legte eine Serie von sechs Treffern hin und führte 10:7. Der Grund war vor allem die zunehmend aggressive Deckung der Gastgeber. Sie traute sich, auf die Kreisläufer zu gehen und bot Oschersleben kaum Räume. Somit ging Schönebeck auch mit fünf Toren Vorsprung in die Pause.

Doch kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, sackten die Gastgeber erneut ab. Immer wieder musste Keeper Robert Knörich retten. Er wurde aber auch oft allein gelassen. Vor allem über die Außen kam Oschersleben immer wieder zu Toren. Stapf nahm nochmals eine Auszeit.

Dieses Mal dauerte es allerdings fünf Minuten, bis der Angriff der Schönebecker wieder erstarkte und weitere fünf, bis sich die Deckung wieder stabilisierte. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Oschersleben wieder zum 25:25 herangekämpft. Schönebeck wachte nun endgültig auf, legte eine 5:1-Serie hin und ließ sich den Vorsprung nun nicht mehr nehmen, siegte am Ende sogar mit sieben Treffern.

"Man hat gesehen, dass wir uns schnell wieder absetzen konnten, wenn wir nur Handball spielten", fasste Stapf zusammen. Der Sieg hat allerdings einen bitteren Beigeschmack. "Wir haben uns zu viele einfache Fehler geleistet und das Zusammenspiel ist streckenweise gar nicht gelungen. Vor allem die Zusammenarbeit von Außen und den Halbpositionen muss in den nächsten Partien unbedingt besser werden."

Lok Schönebeck: Knörich - Schulz, Bauer (4), Warschkau (7), Kazimierowski (5/4), Mattisseck (5), Prokop (1), Meißner (2), Blumenthal (2), Schröder (5), Krause (4/1), Riedel

Siebenmeter: Schönebeck 6/5 - Oschersleben 1/1; Zeitstrafen: Schönebeck 3 - Oschersleben 2