5,8 Kilometer trennen Kleinmühlingen und Gnadau. Eine so geringe Distanz liegt allerdings nicht zwischen dem TSV und der SGG in der Tabelle der Fußball-Landesklasse. Ganz im Gegenteil: Das Derby in Kleinmühlingen ist ein Treffen von David gegen Goliath - oder genauer gesagt - des Ersten gegen das Schlusslicht.

Gnadau/Kleinmühlingen l Von genauen Rollenzuweisungen anhand der Tabelle wollen aber sowohl Mario Katte, Trainer des TSV, als auch Sebastian Pape, Coach der SGG, nichts wissen. Beide sind sich in einem einig: "Ein Derby hat seine eigenen Gesetze und beide Mannschaften können gewinnen".

Katte geht sogar noch einen Schritt weiter. "Gnadau wird dieses Spiel als letzte Chance nutzen wollen, um sich gegen uns den nötigen Aufwind für den Endspurt im Abstiegskampf zu holen." Der TSV-Trainer weiß, dass es für den Gegner "vielleicht sogar das entscheidende Spiel ist".

Von der "entscheidenden Partie" will Pape zwar nicht sprechen, "aber wir werden alles daran setzen, Punkte aus Kleinmühlingen zu entführen". Dafür hat er an seine Schützlinge zwei klare Vorgaben gestellt. "Wir müssen uns vor allen in punkto Chancenverwertung extrem zusammenreißen und endlich unsere hart erarbeiteten Möglichkeiten auch nutzen. Zum anderen wollen wir die beiden starken Stürmer des Gegners (Kevin Junge und Max Jäger, Anm. d. Red.) kontrollieren." Leicht wird dies nicht, da vor allem Junge nicht auf seiner Stürmerposition bleibt, sondern stets überall auf dem Feld zu finden ist.

Gnadau sollte sich aber nicht zu sehr auf den Kleinmühlinger Sturm konzentrieren, wusste dieser schließlich in der vergangenen Partie gegen den SSV Besiegdas Magdeburg nicht sonderlich zu überzeugen. Eine Tatsache, die Katte durchaus bewusst ist. Deshalb wurde diese Partie im Training unter der Woche intensiv ausgewertet. Auch beim TSV gilt: "Wir müssen vorn effizienter sein", betont der Coach. Allerdings will er keinen zu großen Druck aufbauen. "Wenn die Jungs verkrampfen und alles zu perfekt machen wollen, führt das nur zu einer Blockade und dann gelingt erst recht nichts mehr."

Defensiv sorgt sich Katte dagegen wenig. "Wir haben die beste Abwehr der Liga. Hinten sind wir gut aufgestellt." Gnadau muss dagegen auch in diesem Bereich aufpassen. Schnelle Gegentreffer führten in dieser Saison schnell dazu, dass die Köpfe nach unten gingen. Genau das soll nicht passieren. "Aber die Motivation vor einem so besonderen Spiel ist groß. Wir wissen natürlich, wo wir stehen. Aber wir wollen die Chance nutzen, uns eine große Portion Selbstvertrauen zu holen, wenn wir Punkte mit nach Hause nehmen können." Die Zuschauer können sich auf ein spannendes Derby freuen.

Es fehlen: Sebastian Mergel (privat), Holger Götsche, Manuel Igel (beide verletzt) - Sven Nicolaus (verletzt), Florian Feickert (fraglich), Hinspiel: 2:1; SR: Mike Weiß (Osterweddingen)