Es war eine bessere Vorstellung als in der Vorwoche, die die TSG Calbe bei ihrem Heimspiel gegen den SV Eintracht Gommern präsentierte. Mit 27:21 (17:8) fiel der Sieg zwar erneut eher "moderat" aus, dafür kämpften die Saalestädter gegen nicht weniger einsatzstarke Gommeraner. Allerdings ließen sich beide Teams ein wenig zu sehr von der aufgeheizten Stimmung in der Hegersporthalle anstecken, denn die Partie verlief recht rabiat.

Calbe l Besonders bei Gommers Dennis Einwiller kochten die Emotionen hoch. Nachdem er nach einer Abwehraktion - seine Hand landete ungünstig im Gesicht von Calbes Ronny Krause - die Rote Karte sah, trat er vor Wut gegen eine Wasserflasche und verließ erbost die Halle. "Es war eine schnelle und sehr körperbetonte Partie", schätzte Eintracht-Trainer Dirk Heinrich ein. "Alle haben sich von der Atmosphäre mitreißen lassen. Mit Absicht wollte aber niemand jemanden verletzen."

Dem stimmte auch Peter Weiß, Coach der TSG, zu. "Die Härte dieser Partie kam eigentlich erst nach der Roten Karte. Aber wir haben auch schon andere Spiele erlebt, bei denen es noch krasser zuging."

Spielerisch fiel das Resümee der beiden Trainer allerdings nicht so einstimmig aus. Während Weiß zufrieden war, denn "die Jungs haben sich im Vergleich zur Vorwoche gesteigert", konnte Heinrich dagegen nicht zufrieden sein. "Wir hatten in der ersten Halbzeit zu viel Respekt und haben vielleicht auch nicht ganz geglaubt, dass gegen den Spitzenreiter Punkte möglich sind."

Gommern tat sich vor allem im Abschluss sehr schwer, nutzte teilweise sehr gut herausgespielte Konterchancen nicht und konnte dadurch auf nicht mehr als fünf Tore (5:10, 21:26) an Calbe herankommen. "Wir sind allerdings auch noch eine junge Mannschaft. Da fehlt es in manchen Situationen an der nötigen Abgeklärtheit, sodass wir uns für unsere Arbeit nicht belohnt haben", fügte der Coach hinzu.

Mit Abschlusschwächen plagte sich die TSG erst in den letzten zehn Minuten der Partie. "Das lag sicherlich auch am Spielstand", sagte Weiß. "Als wir mit neun Toren sicher führten, produzierten wir wieder zu leichte Fehler und verloren an Konzentration." Dreimal verwarf die TSG am Ende der Partie Konter.

Zu Beginn waren die Saalestädter dagegen sehr sicher und schufen sich dadurch über die Stationen 6:2, 11:6, 14:7 bis zum Halbzeit-Stand von 17:8 einen komfortablen Neun-Tore-Vorsprung. Dagegen konnte auch die aggressive Deckung der Gäste kaum etwas ausrichten, die sich vor allem mit Rückraumspieler Christian Hübner und Martin Sowa auf Kreismitte schwer tat. Hinzu kam eine überragende Torhüterleistung von Stefan Wiederhold, der unter anderem zwei Siebenmeter entschärfte und bei Kontern die Nerven behielt. "Unser Stammsechser hat nach gut zehn Minuten seinen Rhythmus gefunden", erklärte Weiß, den noch vor dem Spiel die Nachricht erreichte, dass Daniel Gieraths krankheitsbedingt ausfiel. "Vor allem Martin Sowa und Nils Rätzel haben im Mittelblock eine sehr gute Arbeit geleistet."

Ganz fehlerfrei blieb die TSG allerdings auch in Hälfte eins nicht. Bereits da gelang es Gommern, sich die Bälle entweder bei Kontern oder direkt am Kreis wegzufangen. "Wir haben uns im Training auf Calbes Stärken vorbereitet", erläuterte Heinrichs. "Dazu gehörte vor allem das Konterspiel."

TSG Calbe: Wiederhold - Barby (2), Krause (3/1), Hulha (3), Kaiser (3), Rätzel (2), Marschall (1), Weiß (3), Sowa (3/2), Hübner (5/1), Schwarz

SV Eintracht Gommern: Salm, Hartung - Eckhardt (5/2), Sindermann, Einwiller, N. Schäde (1), A. Schäde (1), Böttcher, Kaffenberger (2), Kaese, Herrmann (4), Schmidt (1), Bomke (6), Lindner (1)

Siebenmeter: Calbe 5/5- Gommern 4/2; Zeitstrafen: Calbe 3 - Gommern 2; Rot: Dennis Einwiller (28:29; Foulspiel) - Gommern -