Wolmirsleben l Ein Feuerwerk war es nicht, was die Handballer der TSG Calbe als Spitzenreiter der Sachsen-Anhalt-Liga bei Schlusslicht SV Germania Borne abgebrannt haben. Am Ende setzten sie sich dennoch mit 33:23 (15:11) durch und festigten ihren Platz an der Sonne. Bis dahin war es aber ein hartes Stück Arbeit, denn die Gastgeber waren taktisch gut aufgestellt und hatten nichts zu verlieren.

Im Duell der Gegensätze war klar, dass die Calbenser mit dem größeren Druck auflaufen würden. Während die Gastgeber dem Abstieg entgegensehen, zählt für die TSG nur noch der Blick nach vorn. "Im Rennen um die Meisterschaft wird jeder Fehler bestraft", erklärte TSG-Trainer Peter Weiß. Da nur noch vier Partien zu absolvieren sind, bleibt keine Zeit, einen eventuellen Ausrutscher auszubügeln. "Langenweddingen lauert bereits." Diese Last mussten die Gäste erst einmal tragen und bewältigen.

Anders sah es beim SV Germania aus. Bereits nach der zurückliegenden 27:44-Niederlage in Gommern äußerte Kapitän Ronny Schafflik, dass kaum noch Hoffnungen auf den Klassenerhalt bestehe. In diesem Wissen konnte Borne gegen den Spitzenreiter nur gewinnen und trat auch entsprechend auf. "Die Mannschaft hat das clever macht", lobte Weiß die Gastgeber. "Der gegnerische Trainer hat das Team gut eingestellt." Dem pflichtete Schafflik bei: "Wir haben umgesetzt, was uns der Coach gesagt hat." Die Defensive stand kompakt und verschob seitlich, sodass der Spitzenreiter sich die Treffer erarbeiten musste. Ging der Ball im Angriff verloren, wurde sofort der Hebel umgelegt und in den Rückwärtsgang geschaltet. "Calbe sollte nicht wie im Hinspiel kontern können", erklärte Schafflik. Damals überrannte die TSG Borne förmlich und gewann mit 44:17.

Germanias Schlüssel lag darin, nach Möglichkeit das Tempo herauszunehmen. "Borne hat sein Konzept durchgezogen, während wir nicht immer das abgerufen haben, was wir wollten", erklärte Weiß. Dennoch übernahm sein Team von Anfang an das Zepter, ging über die Stationen 3:0, 8:5 und 12:8 mit einer Vier-Tore-Führung in die Kabine. "Man hatte nicht das Gefühl, dass wir verlieren würden. Wir konnten immer die passende Antwort geben." Den Vorsprung verwaltete Calbe lange, ehe beim Gastgeber schließlich die Kräfte nachließen. "Am Ende war die Luft weg", sagte Schafflik. Daraus resultierten "Flüchtigkeitsfehler, die Calbe gnadenlos bestrafte". Die Gäste spielten ihren Vorteil aus, im Gegensatz zur Germania über eine gut gefüllte Bank zu verfügen. Dadurch wurde es am Ende deutlich - nach Schaffliks Geschmack zu deutlich: "Das Ergebnis täuschte ein wenig über den Verlauf hinweg."

Die Höhe des Sieges war Peter Weiß im Prinzip egal. "Ich bin mit dem Erfolg zufrieden und am Ende zählten nur die zwei Punkte." Schließlich ist nun "jedes Spiel ein Endspiel". Auch Schafflik war zufrieden. "Hätten wir in anderen Partien diese Leistung gezeigt, hätten wir mehr Punkte auf dem Konto." Vor allem Keeper Bastian Krautwald überzeugt Schafflik.

Germania Borne: Krautwald, Brinkmann - Scholz (4), Prosowski (3), Fink (7), Dix (3), Halfpap, Schafflik (1), Lahne (1), Hagemeyer, Süssig, Schulke (4), Wegener

TSG Calbe: Wiederhold, Bertram - Walther (1), Krause (8), Gieraths, Hulha (3), Kaiser (8), Rätzel (2), Marschall, Weiß (2), Sowa (3), Kralik (1), Hübner (5), Barby

Siebenmeter: Borne 3/2 - Calbe 6/2; Zeitstrafen: Borne 3 - Calbe 4