Kemmern (kla/nrc) l Im März gab es für den 1. Schönebecker Judoclub kein Wochenende, an dem Trainer Kevin Ladebeck mit seinen Schützlingen nicht unterwegs war. Diesmal ging es zum Pharmaturnier nach Kemmern, dass gleichzeitig Sichtungswettbewerb für Brandenburg war. 250 Starter aus knapp 30 Vereinen brachten eine ordentliche Qualität auf die Matte.

Los ging es mit Niklas Tausch (bis 34 Kilogramm), der im ersten Kampf gegen einen Kontrahenten von Frankfurt (Oder) antrat. Man merkte, dass der Schönebecker nicht gut drauf war. Ohne richtiges Konzept musste er den Kampf durch einen Hantai (Schiedsrichterentscheidung) abgeben. Sein Gegner zog nach mehreren Siegen in das Finale ein. Dennoch musste sich Niklas in der Trostrunde beweisen, um noch auf das Treppchen zu kommen. Seinen nächsten Gegner aus Berlin konnte er am Ende mit einer Fußtechnik und einem anschließenden Hebel bezwingen.

Aber im nächsten Kampf war es dann vorbei. Niklas bekam einen Shido (Verwarnung) zugesprochen.

Moniek Reinicke bekam keinen Turniergegner und musste ihren Freundschaftkampf an die Potsdamerin Nele Bachmann abgeben.

Yannick Fehler, der noch als blutiger Anfänger gilt, schlug sich anständig, doch für eine Platzierung reichte es noch nicht. In der Gewichtsklasse (ab 55 Kilogramm) war er zudem der Leichteste. Gleich im ersten Kampf traf er auf den späteren Finalisten aus Oranienburg. Nach knapp 30 Sekunden, in denen Yannick gut mithielt, ließ er sich überraschen und fand sich in der Trostrunde wieder. Gegen seinen nächsten Gegner zeigte Yannick, dass er ein echter Kämpfer ist. Sein Kontrahent war einen Kopf größer und besaß den Orangen Gürtel. Kurz vor Schluss brachte er seinen Gegner mit einem rechten Seoi-otoshi (Wurf) zu Fall und gewann den Kampf. Auch in seiner nächsten Begegnung machte Yannick eine gute Figur, doch es reichte nicht für einen weiteren Sieg.

Der letzte Starter in der U 13, Julien Freiheit, war sehr gut aufgelegt. Schon im ersten Kampf zeigte er seine Stärke am Boden. Auch das zweite Duell lief wie gewünscht. Der Schönebecker nutzte einen schwachen Angriff seines Gegners für einen Konter, der ihn ins Halbfinale brachte. In dieser Begegnung zeigte Julien Kämpferqualitäten. Erst kurz vor Schluss erarbeitete sich sein Kontrahent einen Vorteil und Julien blieb der Einzug ins Finale verwehrt.

Doch im Kampf um Platz drei wurde es noch einmal spannend. Lange hielt Juliens Gegner eine Shido-Führung, bis der Elbestädter eine Bodensituation nutzte, sich eine Festhalte erarbeitete und gewann.

Die letzte Starterin war Jasmin Lind aus dem Stützpunkt in Calbe. In der U 16 (ab 70 Kilogramm) warteten zwei Gegnerinen auf sie. Jasmin merkte schnell: "Hier geht einiges". Ein stark eingedrehter Seoi-otoshi brachten ihr einen Yuko (großer technischer Vorteil). Im weiteren Verlauf war Jasmin deutlich überlegen, erzielte aber keine Wertung mehr. Dennoch reichte es für den Sieg.

Im zweiten Kampf traf Jasmin auf eine Judoka, die einen Kopf größer war und schon den Grünen Gürtel trug. Die Schönebeckerin nutzte die schwachen Angriffe ihrer Gegnerin, um wieder mit ihrem starken Seoi-otoshi durchzukommen. Es reichte zwar nicht für eine Wertung, doch die guten Angriffe ließen ihre Kontrahentin inaktiv wirken. So sicherte sich Jasmin mit einem knappen Vorteil die Goldmedaille.