Für das Kinderheim des Vereines Nestwärme in Zens wird es eine Zukunft geben. Der Grundstücksbesitzer will das Haus wieder aufbauen. Die Mädchen und Jungen sind darüber sehr glücklich.

Zens l "Hallo, ich bin Markus." Mit diesen einfachen Worten stellte sich dieser Tage Landrat Markus Bauer (SPD) bei den Jungs des Kinderheimes Zens, das vom Verein Nestwärme betrieben wird, vor. Der Politiker aus Bernburg mit Schlips und Anzug traf auf Marvin, Alex und Max aus Zens in T- und Sweatshirt.

Es war ein Arbeitsbesuch auf gleichen Ebenen. Der Landrat, früher im pubertären Alter mit einem Fanplakat des Fußballers Kevin Keegan an der Wand, traf im Ausweichquartier auf die Fußballfans von heute, die ein Bild von Schweinsteiger im abgebrannten Kinderheimhaus an der Wand zu hängen hatten. An die Nacht von damals, als ihre Heimstätte ein Opfer der Flammen wurde, möchten die Kinder gar nicht gern denken. Fotos, Tagebücher, Kleidung und viele andere Dinge sind unwiederbringlich verloren.

Nur eines wünschten sich die zwei Mädchen und vier Jungen nach dieser verheerenden Nacht: Sie möchten als Gruppe, als Familie zusammenbleiben. Dieser Wunsch konnte ihnen in der derzeitigen Ausweichwohnung und wohl auch in Zukunft erfüllt werden. Der Grund: Der Grundstücksbesitzer des abgebrannten Bauernhauses bekommt den Schaden von der Versicherung ersetzt und will es für die Kinder wieder aufbauen. Das verkündete Willi Kempa vom Vorstand des Vereines Nestwärme.

Gemeinsam mit einer Architektin soll nun geplant werden, wie das kleine Heim für die Kinder und Jugendlichen wieder entstehen kann. Zudem muss ein Raumkonzept erarbeitet werden. "In den nächsten Wochen wird das alte Haus entkernt und gelüftet. Wir hoffen, dass wir mit den Kindern und Jugendlichen zu Weihnachten wieder in unserem neuen alten Haus sein werden", so Kempa.

Landrat Markus Bauer versprach, das Vorhaben gemeinsam mit seinem Jugendamt nach Kräften zu unterstützen. "Nun haben wir ein festes Ziel, das macht unsere Entscheidungen einfacher", so der Landrat.

Er sowie Bördelands Bürgermeister Bernd Nimmich kamen zum Osterfest nicht mit leeren Händen. Die Mädchen und Jungen wurden zu einem Tierparkbesuch einschließlich Imbiss eingeladen, zudem gab es einen Wäschekorb voll mit Büchern, Spielen und Schokolade. "Na die hält nicht lange", freute sich der 16-jährige Max.