Schönebeck/Glinde l Die Fans der SG Lok Schönebeck und des Glinder HV "Eintracht" werden sich noch gut an das Hinspiel erinnern. "Ein Remis wäre gerecht gewesen", sagte damals GHV-Spielertrainer Julian Bauer. Aber die Partie in der Handball-Verbandsliga ging mit 30:28 (13:13) an die Schönebecker. Und diese empfangen heute am 17.30 Uhr nun die "Eintracht", die im Rückspiel versuchen will, wenigstens ein Unentschieden zu erringen.

Dabei hat die Partie weit weniger Brisanz als man vermuten könnte. Beide Vereine stehen, zumindest in der Jugend, in enger Zusammenarbeit. Aber auch die Spieler im Männerbereich kennen sich sehr gut. Immerhin wechselten drei ehemalige Glinder zur SG Lok: Martin Blumenthal, Maurice Prokop und Jost Mattisseck. Dafür spielt ein ehemaliger Schönebecker, Eike-Christian Herrmann, nun in Glinde.

Böses Blut gibt es aber nicht. "Die Jungs sind zwar alle sehr motiviert. Allerdings muss man das ganze auch sportlich sehen", betont Lok-Trainer Henning Stapf, der selbst eine Glinder Vergangenheit hat und einige Spieler dort trainiert hat. Daher weiß Stapf gut über den Gegner bescheid. "Die Glinder können verschiedene Deckungssysteme spielen. Wir werden sie beobachten und uns dementsprechend einstellen."

Im Hinspiel gelang dies allerdings nur mäßig und die "Eintracht" wusste Schönebeck in der ersten Halbzeit zu überraschen. Betrachtet man die Form der Glinder in den vergangenen vier Partien, dann steht Lok dies wohl erneut bevor. "Die `Eintracht` hat sich sehr verbessert", weiß auch Stapf. "Es wird eine Begegnung auf Augenhöhe."

Dies war auch im Hinspiel so, allerdings waren die Vorzeichen völlig anders. Damals befand sich Schönebeck im Aufwind und war dabei, den zweiten Platz der Tabelle zu erobern. Glinde drohte dagegen, in den Keller abzurutschen. Nun ist es genau umgekehrt. Die "Eintracht" hat sich inzwischen auf den siebten Platz gekämpft, während Lok durch seine schlechten Leistungen vor der Osterpause auf den vierten Platz rutschte.

"Das Derby kommt genau richtig, denn jetzt können die Jungs zeigen, dass sie sich in der spielfreien Zeit gefangen, aus ihren Fehlern gelernt haben und wieder angreifen können", sagt Stapf. Dass seine Sieben dies auch zeigen will, daran brauchte der Coach im Training unter der Woche nicht zu zweifeln. "Ich muss bei dem ein oder anderen sogar ein bisschen auf die Euphoriebremse treten."

Personell können die Schönebecker fast aus dem Vollen schöpfen. Lediglich hinter den Einsätzen von Martin Blumenthal, Toni Warschkau und Mario Meißner steht noch ein kleines Fragezeichen.