Calbe (fna) l Die Partie der TSG Calbe gegen den Dessau-Roßlauer HV II "lief nicht so berauschend", wie Trainer Peter Weiß trotz des 27:19 (11:10)-Erfolgs zusammenfasste. Der Spieltag in der Handball-Sachsen-Anhalt-Liga dagegen umso mehr. Weil der SV Langenweddingen bei der 20:21-Niederlage in Kühnau Federn ließ, beträgt der Vorsprung der Calbenser nun schon fünf Punkte - bei noch drei ausstehenden Partien. Das Team benötigt also nur noch einen Zähler, um die Meisterschaft und somit den Aufstieg zu realisieren. Dieser soll möglichst schon am kommenden Sonnabend beim HSV Magdeburg eingefahren werden. Die Meldung für die Mitteldeutsche Oberliga wurde jedenfalls fristgerecht abgegeben.

Gegen die Dessauer war erneut die Chancenverwertung das Problem. "Wir sind in die Lücken gegangen und haben auch den freien Mitspieler gefunden", hatte Coach Peter Weiß beobachtet. Allerdings krachte in der Folge ein Dutzend Mal das Gebälk oder der gegnerische Torhüter wurde getroffen.

Auf der anderen Seite verlangsamten die Gäste geschickt das Tempo, mehrfach wurde "Zeitspiel" angezeigt. Zudem bekam die Calbenser Defensive Dessaus Oliver Lindner nicht in den Griff. "Gegen ihn waren wir zu passiv, sind nicht rausgetreten. Er konnte machen was er wollte." Der Dessauer hatte einen Sahnetag erwischt, ihm gelang fast alles.

Somit entwickelte sich eine knappe Begegnung, "die sich so dahingezog". Auch nach dem Wechsel blieb es eng, beim 20:18 (50.) waren die Gäste immer noch in Schlagdistanz.

Doch dann gelang der TSG der Knackpunkt. Lindner wurde von Daniel Gieraths in Manndeckung verteidigt. Nach dem Treffer zum 21:18 (51.) "hat bei den Dessauern die Kondition nachgelassen". Calbe enteilte zum deutlichen 27:19-Sieg.

Nun sind es noch drei Spiele bis zum großen Ziel. Wenngleich zum Aufstieg nur noch ein Punkt benötigt wird, wollen die Calbenser diesen so früh wie möglich einfahren, am liebsten mit einem Sieg in Magdeburg. "Das sind wir den Fans, die uns sogar zu den Auswärtsspielen begleiten, schuldig. Zudem wollen wir die Rückrunde möglichst ohne Punktverlust beenden", betonte Weiß. Dann soll im letzten Heimspiel gegen den HBC Wittenberg gefeiert werden. "Wir wollen unsere Serie nicht reißen lassen. Dafür haben wir aber dreimal 60 Minuten harte Arbeit vor uns und müssen in jedem Spiel 100 Prozent geben."

TSG Calbe: Wiederhold, Bertram - Barby (5), Krause (7/3), Gieraths (1), Hulha (2), Kaiser (2), Rätzel, Marschall, Weiß (3), Sowa (5/3), Hübner (2), Schwarz

Siebenmeter: Dessau-Roßlau 3/3 - Calbe 7/6; Zeitstrafen: Dessau-Roßlau 6 - Calbe 3