Die beiden Trainer Henning Stapf und Tristan Staat mussten erstmal tief durchatmen. Nach einem spannenden und intensiven Derby der Handball-Verbandsliga behielt die SG Lok Schönebeck gegen den Glinder HV mit 34:33 (16:14) die Oberhand. Während die Hausherren damit Rang drei festigten, wurde der gute Lauf der Gäste gestoppt.

Schönebeck l Glinde wusste schon vor Beginn zu überraschen. Mit Thomas Fechner, der mit sechs Treffern aus dem Rückraum für Gefahr sorgte, und Rainer Schmidt wurden zwei ehemalige Akteure reaktiviert. Zudem übernahm der Ex-Coach Tristan Staat, dessen TuS Radis in der Mitteldeutschen Oberliga spielfrei hatte, das Amt an der Seitenlinie. Er sorgte mit dem siebten Feldspieler im Torwartwechsel ebenfalls für überraschende Elemente.

Die gesamte Partie war von robuster und aggressiver Abwehrarbeit geprägt. Der GHV setzte dabei auf eine 5-1-Deckung, die vor allem Schönebecks Aufbauspieler Martin Schröder aus dem Spiel nehmen sollte. Lok hingegen stellt Kevin Krause in der 5-0-1 Glindes Linkshänder Michael Kreyenberg auf die Füße. Somit mussten sich beide Angriffsreihen in der Anfangsphase erst finden, viele Ballverluste und Fehlwürfe prägten das Geschehen.

Den knappen Vorsprung zur Pause verdankte Schönebeck seinem Torhüter Robert Knörich, der in der ersten Hälfte mit elf Paraden glänzte und somit maßgeblich an der 16:14-Führung beteiligt war.

Nach dem Wechsel blieb die Partie knapp und spannend. Mit guten Eins-gegen-Eins-Situationen erhöhte Schröder zunächst zur 19:17-Führung für Lok. Doch dann schlichen sich kleine Fehler in der Defensive ein. Die Lücken wurden zu spät geschlossen, der gegnerische Rückraum erhielt mehr Freiheiten, weil nicht hinausgetreten wurde. Die Schwäche in der Abwehr zog auch in die Offensive ein. Glinde erzielte zum 23:22 die Führung. "In solchen Spielen gibt es immer Phasen, in denen es mal nicht läuft. Der GHV spielt schnellen und guten Handball. Das kann man nicht immer verteidigen", resümierte Stapf.

Doch sein Team fing sich rechtzeitig wieder. Zum einen dank starker Paraden von Knörich, der beispielsweise einen Strafwurf gegen Julian Bauer hielt und damit die Initialzündung zum 4:2-Lauf lieferte. Zum anderen dank unnötiger Fehler der Eintracht, als bei der Einwechslung des siebten Feldspielers ein Fehler unterlief und Martin Kreyenberg somit eine Zeitstrafe kassierte (42.). Schönebeck zog vom 26:24 zum 30:26 davon.

Die Gäste gaben sich aber nicht auf und verkürzten durch gute Anspiele an den Kreis zum 30:31 per Siebenmeter von Max Kreyenberg. Es blieb spannend.

Martin Schröder erhöhte zum 32:30. Toni Warschkau traf zum 33:31, Kevin Krause erhöhte zum 34:31. Thomas Fechner hämmerte den Ball zum 34:32 ins Netz. Warschkau verwarf. Knörich hielt den Freien gegen Bauer. Schröder vergab. Knörich hielt, traf aber das verwaiste Tor nicht. Glinde verkürzte zum 33:34. Julian Bartels parierte. Knörich hielt den Versuch von Fechner. Aus.

Nach dem Abpfiff ließ sich Knörich zu Recht als Matchwinner feiern. "Er hat heute ganz stark gehalten", lobte auch Stapf. Während Lok mit seinem Anhang den Sieg feierte, haderte Glinde noch mit der letzten Entscheidung der Schiedsrichterinnen, als Knörich mit dem Ball in der Hand aus dem Kreis gerutscht sein soll. War er nicht, aber es war das passend packende Ende.

Lok Schönebeck: Knörich - Schulz, Bauer (3), Warschkau (9), Kazmierowski (2), Matthisseck (1), Prokop, Blumenthal (1), Riedel, Schröder (8), Krause (10/3)

Glinder HV: Bartels, Lugoboni - Bauer (4/3), Freiberg, Herrmann, Kowaczek (4), Recker (6), Martin Kreyenberg (1), Michael Kreyenberg (9/3), Max Kreyeneberg (2/1), Mehr, Fechner (6), Schmidt (1)

Siebenmeter: Schönebeck 4/3 - Glinde 9/7; Zeitstrafen: Schönebeck 6 - Glinde 5; Ballverluste: Schönebeck 11 - Glinde 9; Fehlwürfe: Schönebeck 10 - Glinde 12