Die Favoritenrolle liegt den Handballerinnen der TSG Calbe offenbar nicht. Nach einer übernervösen und fehlerreichen Partie unterlag das Team dem Zehnten der Sachsen-Anhalt-Liga, Gräfenhainichen, mit 29:31 (14:14) und ließ damit zwei eingeplante Punkte liegen.

Calbe (ttr) l "Wir haben uns im Angriff richtig schwer getan, die Tore zu werfen", urteilte Trainerin Annett Schroeter. Die langen Angriffsphasen wirkten ungewohnt zäh, die Spielerinnen, die sich zudem erst an den gegnerischen Ball gewöhnen mussten, teilweise unkonzentriert. Kein Wunder also, dass sich die Zahl an technischen Fehlern schnell in bedenkliche Höhen aufschwang.

Trotz einer 3:1-Führung der TSG übernahmen die Gastgeber in der ersten Phase das Ruder, legten zum 7:3 vor und konnten diese vier Tore zunächst halten. Calbe krankte gleich auf mehreren wichtigen Positionen und schaffte es über weite Strecken nicht, seinen Rückraum in Position zu bringen. Mit Blick auf die defensive Abwehr des Gegners wäre der aber vermutlich die stärkste Waffe gewesen. Sophia Rust rettete mit sechs sauberen Würfen die Bilanz und auch einige der elf Treffer von Kristin Sroka kamen aus der zweiten Reihe. Insgesamt blieben solch einfache Tore jedoch Mangelware.

In ihrer stärksten Phase glichen die Saalestädterinnen zum 11:11 aus und gaben auf dem Spielfeld endlich den Ton an. Im Prinzip hätte es dann auch mit einer 14:12-Führung in die Kabinen gehen können, doch Calbe vertingelte in weniger als einer Minute gleich zweimal den Ball und kassierte den Ausgleich. "Da haben wir einfach unschlau gespielt", brachte es die Trainerin auf den Punkt und war gewiss, dass sich ihre Schützlinge mindestens genauso darüber ärgerten.

Spielerisch brachte die zweite Hälfte aus Calbenser Sicht nichts Neues: Es lief einfach nicht rund. "Wir haben ein Tor gemacht und Gräfenhainichen hat es ausgeglichen. Wir konnten uns nie absetzen", fasste es Schroeter zusammen. Bis zum 27:27 ging das so weiter. Als wäre das noch nicht genug, war auch das Glück den Saalestädterinnen am Sonntag nicht hold. "Unsere Abpraller sind fast alle in den Händen des Gegners gelandet", nannte die Trainerin nur ein Beispiel. Überzeugt hat sie hingegen die kluge Abwehrarbeit von Mandy Wenzel und Antje Schreiber, die Schlimmeres verhinderten, da diesmal auch die Torhüterinnen nicht zu ihrer Form fanden.

Ein kleiner Schlusssprint zum 31:27 reichte der BSG in den letzten fünf Minuten für den Heimsieg und den fast sicheren Klassenerhalt. Die TSG hingegen erlebte einen Tag, an dem einfach nichts passen wollte. Zum Wundenlecken bleibt aber keine Zeit, denn der Kopf muss frei sein, wenn es am Sonnabend ins Derby gegen den SV Anhalt Bernburg geht.

TSG Calbe: Baier, Mennecke, Suchan - Gröst, Hüls (2), Karlstedt, Prokop (4), S. Rust (6), Schmidt (1), Schreiber (2), Sroka (11), Wenzel, Zilke (2)

Siebenmeter: Gräfenhainichen 4/4 - Calbe 9/7; Zeitstrafen: Gräfenhainichen 4 - Calbe 2