Calbe l Keinen Zweifel an ihrer Überlegenheit ließen die Handballerinnen der TSG Calbe am Sonnabend gegen den Kreisnachbarn SV Anhalt Bernburg aufkommen. Schnell setzte sich das Team in den ersten Minuten ab und siegte in der Sachsen-Anhalt-Liga überraschend deutlich mit 33:23 (16:7).

Beide Mannschaften gingen mit viel Bewegung in das Derby, das sich letztendlich aber nur schwer als solches entwickelte, da Calbe bereits in der Anfangsphase deutlich machte, dass es für die Gäste an diesem Tag nichts zu holen gab. Marie Zilke überraschte gleich zweimal ihre Gegenspielerin auf Rechtsaußen und legte zum 2:0 vor, fünf Minuten später hatte Kristin Sroka zum 5:1 erhöht. Das Spiel beider Mannschaften unterschied sich in der ersten Hälfte erheblich. So bauten die Anhalterinnen den Druck mit einem recht hohen Tempo auf, scheiterten aber entweder an der gut abgestimmten TSG-Abwehr oder aber an Josephine Suchan. In Serie parierte die Torhüterin Bernburger Gegenstöße und als sie kurz vor Ende der Halbzeit gar noch einen Heber ins Toraus spitzelte, feierten sie die Fans erst recht.

Calbe spielte indes im Angriff auf Sicherheit. Sehr geduldig zogen die Rückraumspielerinnen um Stefanie Hüls ihre Kreise, ehe die passende Chance für den Torwurf da war. "Trotzdem waren es heute eindeutig zu viele Fehlwürfe", benannte TSG-Trainerin Annett Schroeter den einzigen Kritikpunkt in dieser letztlich nie gefährdeten Partie. So geht die 16:7-Halbzeit-Führung zwar grundsätzlich in Ordnung, nach Chancen hätte sie aber deutlich höher liegen müssen.

Nach dem Wechsel blieb das Bild im Grunde gleich: Calbe hatte seinen Kontrahenten in allen Belangen fest im Griff. Recht zeitig nahmen Annett Schroeter und Ralf Bertram die Chance wahr, die Verantwortung auf dem Spielfeld zu verteilen. So kamen nicht nur alle drei Torhüterinnen zum Einsatz, sondern auch die jungen Spielerinnen wurden mit vielen Anteilen für ihren Trainingsfleiß belohnt. Linda Karlstedt beispielsweise griff die Gelegenheit beim Schopf, als sie vorbildlich von Alicia Sophie Gröst in Szene gesetzt wurde. Frech zog sie den Ball über die Schulter der Bernburger Torhüterin Lisa Kopperschmidt und landete unter tosendem Beifall ihrer Mitspielerinnen ihren ersten Treffer in einem Erwachsenenspiel. 29:20 stand es zu diesem Zeitpunkt (56.) und die Partie war längst entschieden. Gewiss nahm die Schlagfrequenz bei den Torwürfen in der zweiten Hälfte leicht ab, der sichere Vorsprung schmolz aber nie entscheidend.

Und so bedankte sich das Frauenteam vor bestens gefüllten Rängen mit einer soliden Leistung von ihren Fans in der Heger-Sporthalle. Am kommenden Wochenende stehen dann noch zwei Spiele an: Freitag beim FSV Magdeburg und Sonnabend das abschließende Derby bei Lok Schönebeck.

TSG Calbe: Baier, Mennecke, Suchan - Gröst, Hüls (6/1), Karlstedt (1), Meier, Prokop (6), S. Rust (1), Schreiber (2/1), Sroka (11/1), Wenzel (4), Zilke (2)

SV Anhalt Bernburg: Hoffmann, Kopperschmidt - Adolph (2), Balliet, Beck (3), Farkas (3), Hädicke, Hoffmann (1), Nagel, Protell, Richter (13/6), Winkler

Siebenmeter: Calbe 4/3 - Bernburg 7/6; Zeitstrafen: Calbe 2 - Bernburg 2