Paukenschlag bei der TSG Calbe: Der Fußball-Landesligist hat sich mit Wirkung vom Dienstag, 21. April, von Trainer Torsten Brinkmann getrennt. Es übernimmt der bisherige Co-Trainer Marko Fiedler. Er wurde zudem über die Saison hinaus verpflichtet.

Calbe l Vor 1,5 Jahren begann die gemeinsame Arbeit von TSG-Vorstand und Trainer Torsten Brinkmann. Im auf drei Jahre angelegten Konzept sollte nach zwei konsolidierenden Spielzeiten der Angriff auf die vorderen Plätze der Tabelle stattfinden. Das wäre die Saison 2015/16 gewesen. Doch nun zogen die Verantwortlichen vorzeitig die Reißleine. Und zwar in beiderseitigem Einvernehmen, wie Abteilungsleiter Rainer Schulze und Torsten Brinkmann ausdrücklich betonen. "Die Zusammenarbeit war sehr gut. Ein Beispiel sind die Trainingsmaterialien, die mir immer unverzüglich zur Verfügung gestellt wurden", betonte Brinkmann.

"Es wurde deutlich, dass es zwischen Trainer und Verantwortlichen unterschiedliche und letztlich unüberbrückbare Auffassungen zur Art und Weise der Umsetzung der sportlichen Zielstellung gab", heißt es in einer Pressemitteilung. Mit Worten von Brinkmann bedeutet das: "Ich bin als Trainer dafür da, den Weg vorzugeben. Es haperte daran, dass die Mannschaft diesen derzeit nicht umsetzen konnte. Es wäre Umstrukturierungen nötig gewesen. Diese wollte der Verein aber nicht mitgehen." Brinkmann wollte sich nicht anpassen. "Ich habe meine Philosophie. Ich bin ein akribischer Arbeiter, der 100 Prozent gibt, aber sehr professionell zu Werke geht. Mannschaft, Trainer und Vorstand müssen eine gemeinsame Sprache sprechen. Das hat nicht mehr gepasst. Es ist das normalste der Welt, dass wir nun verschiedene Wege gehen."

"Ich habe meine Philosophie. Ich wollte mich nicht anpassen."

Für Brinkmann war es die erste Entlassung in seiner Trainerlaufbahn, die ihn unter anderem über den FSV Nienburg, Askania Bernburg und Germania Haberstadt geführt hatte. Bislang hatte er immer zum Saisonende ein neues Engagement angenommen. Dies könnte in der Sommerpause erneut passieren, Angebote lagen ihm bereits kurz nach dem Bekanntwerden der Trennung vor. Denkbar wäre eine Rückkehr zum TV Askania Bernburg. "Ich arbeite sehr gerne als Trainer. Ich werde aber erstmal warten. Ich nehme alles in mir auf, lasse es aber bis zum Sommer auf mich zukommen." Nun wird er sich mehr auf seine Familie mit seiner zehn Monate alten Tochter sowie sein zweites Hobby, das Golfspielen, konzentrieren. "Die Golfsaison geht jetzt los. Dabei kann ich gut abschalten."

Für einen Nachfolger musste die TSG nicht lange suchen. Mit dem bisherigen Co-Trainer Marko Fiedler stand der perfekte Kandidat gleich zur Verfügung. Er wird die Mannschaft zudem auch in der Saison 2015/16 betreuen. "Es ist natürlich immer traurig, wenn man sich von jemandem in dieser Form trennen muss. Ich bin seit 1989 im Vorstand, und bisher hatten wir nur eine Entlassung dieser Art (Martin Wendlandt, Anm.d.Red.). Sonst haben wir bis zum Ende der Saison zusammengearbeitet", erklärte Schulze. "Aber wir hatten unterschiedliche Auffassungen. Der Wechsel zum bisherigen Co-Trainer war logische Folge." Um allen Gerüchten vorzubeugen, betonte Schulze, dass "Marko Fiedler nichts mit der Entlassung von Brinkmann zu tun hatte. Er hat dabei keine Rolle gespielt."

Brinkmann nahm die Beendigung der Zusammenarbeit professionell auf, sagte Schulze. Und ebenso verabschiedete er sich gestern von der Mannschaft. "Ich wünsche dem Team nur das Beste. Ich bin davon überzeugt, dass sie nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird. Sie hat genügend Qualität, um die nötigen Punkte dafür einzufahren."

 

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