Die übliche "Standing Ovation" in der Glinder Sporthalle hatte am vergangenen Wochenende auch eine symbolische Bedeutung. Denn die "Eintracht" absolvierte nicht nur ihr letztes Heimspiel dieser Verbandsliga-Saison, sondern auch die letzte Handballpartie der laufenden Serie. Und der GHV wusste sich gebührend zu verabschieden. Gegen den HV Solpke/Mieste stand ein 30:27 (14:11) zu Buche.

Glinde (nrc) l "Es war ein sehr turbulentes, aber faires Spiel", fasste Julian Bauer aus dem Glinder Spieler-Trainer-Gespann mit Michael Kreyenberg zusammen. Und turbulent war es in der Tat. Gleich zweimal griffen die Unparteiischen zur Roten Karte, beide Male traf es die Gäste des HV Solpke/Mieste.

Zuerst musste Trainer Daniel Heimann seinen Platz an der Seitenlinie räumen. Er war mit den Entscheidungen der Schiedsrichter nicht immer einverstanden und verlangte Erklärungen. Dies wurde den Unparteiischen schließlich zu bunt. Zunächt verwarnten sie den Trainer mit Gelb, dann gab es zwei Minuten und schließlich Rot. "Es ist schade, dass so etwas in einem Abschlussspiel passiert", sagte Heimann nach der Partie. "Ich denke, es sollte möglich sein, nach fragwürdigen Entscheidungen nach deren Gründen fragen zu können."

Das Schiedsrichtergespann Thomas Blume und Detmar Schweigel erklärte: "Das ist die normale Vorgehensweise. Der Gästetrainer wurde genug verwarnt. Da er weiterhin reklamieren wollte, bekam er die Rote Karte."

Die zweite Rote Karte erhielt Solpkes Philipp Seiler für seine dritte Zeitstrafe - die er wegen Meckerns bekam.

Handball wurde auch noch gespielt. Die Gäste markierten den ersten Treffer der Partie, Glinde konnte aber schnell ausgleichen. Der GHV präsentierte sich überaus aggressiv und kompakt in der Abwehr, was dazu führte, dass Solpke/Mieste immer wieder aus ungünstigen Positionen den Abschluss suchen musste.

Im Angriff lief dagegen nicht alles wie geplant. Immer wieder schlichen sich Fehler - vor allem im Zuspiel - ein, sodass die Gäste zu zahlreichen Kontern kamen. Gut für die "Eintracht", dass Julien Bartels sicher zwischen den Pfosten stand und so manchen Gegenstoß entschärfte.

"Wir haben in der Deckung sehr gut gestanden", lobte Bauer seine Mannschaft. "Das hat aber auch dazu geführt, dass die Kräfte nicht mehr für die Offensive ausgereicht haben." Vollkommen kraftlos war der Glinder Angriff allerdings bei Weitem nicht. Auch dem Gastgeber gelangen einige Tore durch Tempogegenstöße. Vor allem die Zusammenarbeit zwischen Bauer, Oliver Kowaczek und Max Kreyenberg führte immer wieder zum Erfolg. "Das haben wir aber nicht speziell trainiert", erklärte der Spieler-Trainer. "Es ist ein Prozess, der über die gesamte Saison gereift ist und in diesem Spiel eben am besten gelang."

In der zweiten Halbzeit wurde die Partie noch einmal schneller, was daran lag, dass Soplke/Mieste nach der Roten Karte für seinen Trainer nun unbedingt die zwei Punkte holen wollten. Aber Glinde hielt gut dagegen, ließ in der Deckung nicht nach. Immer waren zwei Spieler präsent und traten auf die gegnerischen Kreisläufer heraus.

In den letzten zwei Minuten erreichte das Spiel seinen Höhepunkt. Um jeden Ball wurde gekämpft, jeder Fehler sofort bestraft. Besonders viel Pech hatte dabei Michael Kreyenberg. Ihm entglitt gleich zweimal der Ball. Aber der Spieler-Trainer ließ sich nicht unterkriegen und versuchte, sich den Ball sofort wieder zurückzuerobern. Glinde konnte allerdings nicht mehr verlieren, denn es stand bereits 29:27. Zwei Sekunden vor der Schlusssirene traf Felix Recker noch zum 30:27-Endstand.

"Die Partie hat unseren Saisonverlauf gut widergespiegelt", fasste Bauer zusammen. "Wir haben uns unnötige Fehler geleistet, hatten aber auch sehr gute Phasen."

Heimann lobte sein Team ebenfalls. "Wir sind gut gestartet und sind über ein hohes Tempo in die Parte gekommen." Der Coach hob besonders seinen Keeper Manuel Weiß heraus. "Er hat uns mit seiner überragenden Leistung im Spiel gehalten."

Glinde": Bartels, Lugoboni - Bauer (7), Freiberg, Schmidt, Herrmann (1), Kowaczek (2), Recker (4), Martin Kreyenberg (1), Michael Kreyenberg (8), Max Kreyenberg (2), Fechner (5)

Siebenmeter: Glinde 4/4 - Solpke/Mieste 4/3; Zeitstrafen: Glinde 2 - Solpke/Mieste 5; Rot: Daniel Heimann (32:44), Philipp Seiler (37:38, 3x2 Minuten) - beide Solpke/Mieste -