Gnadau (nrc) l Man wusste nicht so recht, ob man Mitleid mit Marcus Rasche haben oder einfach nur den Kopf schütteln sollte. Der Stürmer der SG Gnadau war in der Landesklassen-Partie gegen den TuS Magdeburg-Neustadt vom Pech verfolgt. Er hatte die meisten Torchancen und traf nicht einmal. Die Fußballer vom Fliederpak unterlagen am Ende mit 0:1 (0:0). Doch dies war nicht allein Rasches Schuld.

Dabei wurde der Stürmer vom wichtigsten Spieler zum tragischen Held. Den Anfang nahm das Drama mit einem Elfmeter, der nach einem Foul von Magdeburg im Strafraum gegeben wurde. Rasche trat an, doch der Schuss war viel zu schwach und wurde von TuS-Keeper Rene Ryll problemlos geklärt. "Ich habe alles versemmelt", gestand Rasche nach der Partie ein. "Ich wollte den Ball über den Torwart lupfen. Aber der Ball kam doch zu flach. Danach war es wohl eine Kopfsache, weil der Strafstoß nicht reingegangen ist. Aber es gibt solche Spiele, wo einfach nichts gelingen will. In anderen Partien hätte ich meine Chancen auch in Treffer verwandelt."

Das Pech des Stürmers zog sich durch die gesamte Mannschaft. Philipp Bläsing, Kapitän Michael Rudloff und Steven Hoffmann hatten ebenfalls genug Möglichkeiten, das Leder im Netz des Gegners unterzubringen. Denn Gnadau startete in beiden Halbzeit stets als bessere Mannschaft. Dann zog jedoch eine Phase ein, in der die Gastgeber das Tempo aus dem Spiel nahmen.

Dadurch wurde TuS aktiver und bekam schnell Feldüberlegenheit. In der ersten Halbzeit sprang dabei allerdings noch nichts Zählbares heraus. Dies lag daran, dass die Magdeburger im Angriff zu zaghaft waren. Dies war allerdings auch ihr einziges Manko. In puncto Zweikampf und Kopfballduelle waren die Gäste oft besser. Gnadau ließ sich zu leicht den Ball abnehmen.

In der zweiten Hälfte rächte sich dies dann schnell. Ein verlorener Zweikampf, ein Pass in den Strafraum, fehlende Zuordnung und Michel Dolke tauchte vor Gnadaus Torwart Julian Kerzel auf, der nicht mehr schnell genug reagieren konnte - 1:0-Führung für die Gäste.

Der Rückstand läutete die Hängephase der SGG in der zweiten Halbzeit ein. Als diese überwunden war, versuchten die "Fliederpark-Kicker" alles, um noch den Ausgleich zu erzielen. Aber dabei gingen sie viel zu kompliziert vor oder ließen sich zu viel Zeit im Abschluss. Hinzu kam Pech, vor allem bei Rasche. Ein Beispiel: Der Stürmer stand gut zehn Meter vom Tor entfernt, versuchte es mit einem hohen Schuss und traf die Latte.

Letztlich blieb es beim 0:1. "Marcus hätte den Elfer verwerten müssen. Dann wäre das Spiel anders verlaufen", fasste Gnadaus Trainer Sebastian Pape zusammen. "So hat sich der vergebene Strafstoß auf die gesamte Mannschaft ausgewirkt. Wir hatten wesentlich mehr Möglichkeiten als Magdeburg und hätten gut mit zwei Toren Vorsprung gewinnen können." Gegen Magdeburg-Neustadt wäre ein Sieg Pflicht gewesen, um in der Landesklasse zu bleiben. Nun ist es so gut wie sicher, dass die SGG den Weg in die Salzlandliga antreten muss. "Wir müssen uns jetzt auf die kommende Serie konzentrieren und versuchen, diese schlechte Saison mit einer guten in der Kreisoberliga wettzumachen."

SG Gnadau: Kerzel - Feickert, Paasch, Rudloff, Hoffmann, Bläsing, Rasche, Wenzel, Frauendorf, Könning, Böhme (76. Kade)

Tore: 0:1 Michel Dolke (53.); SR: Daniel Feist (Magdeburg), ZS: 74

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