Gerwisch (okr). Einen direkten Vorwurf wollte René Kausmann, Coach der Landesliga-Fußballer aus Calbe, seinen Schützlingen nach der 0:2 (0:1)-Niederlage im Spiel beim Liga-Schlusslicht SG Blau-Weiß Gerwisch am Sonnabend nicht machen. "Unterschätzt hat die Aufgabe ganz sicher niemand im Team. Aber Gerwisch hat uns in Sachen Zweikampfführung von Beginn an vorgemacht, wie man so ein Spiel gewinnt."

Es dauerte dann auch bis zur 20. Minute, ehe die Gäste das erste Mal vor dem Tor der Gerwischer auftauchten. Philipp Spenglers Flanke fand zwar in Denis Neumeister einen Abnehmer, doch dieser verzog. Die TSG schien nun auf Touren zu kommen. Fünf Minuten später zog Sven Noack aus der Distanz ab – links am Tor vorbei (25.). Und die Druckphase der Calbenser ging weiter. SG-Schlussmann Huhn musste nach einem Freistoß von Maik Hoffmann Kopf und Kragen riskieren, per Faustabwehr verhinderte er die 1:0-Führung der Gäste.

Damit war es aber für lange Zeit vorbei mit der Calbenser Herrlichkeit. Nach rund einer halben Stunde übernahm die SG das Kommando und wurden mit der Führung belohnt. Nach Pass von Thomas Tietz tauchte SG-Stürmer Philipp Baumgartl frei vor TSG-Schlussmann Christian Harant auf, umkurvte den Keeper und bescherte dem Tabellenschlusslicht mit seinem Tor zum 1:0 (34.) einen in dieser Saison selten gekannten Glücksmoment.

Mit Beginn der zweiten Hälfte erarbeiteten sich die Gäste leichte Vorteile. Wirklich zwingend waren die Aktionen allerdings nicht. Zwar blieb Calbe vor allem bei Standardsituationen gefährlich, aus dem Spiel heraus prallten die Bemühungen allerdings an der Abwehr der Gastgeber ab.

Lediglich zwei Situationen sorgten in der zweiten Hälfte auf Seiten der mitgereisten TSG-Anhänger für einen gesteigerten Puls. Zunächst ein Abseitstor (75.) und wenig später eine Großchance von Spengler (84.) blieben die einzigen Aufreger. "Im Grunde genommen waren das unsere ersten echten Chancen. Das ist natürlich viel zu wenig", befand Kausmann.

Die endgültige Entscheidung fiel in der 85. Minute. Noack hielt zur falschen Zeit den Fuß hin und zur Freude der Gastgeber stand es nach dem Eigentor 2:0.

Bei den Calbensern blickt man nach dem Ausrutscher auf die kommenden Partien. "Wir haben das erste von drei schweren Auswärtsspielen in den Sand gesetzt. Unser Ziel waren vier Punkte. Aber wer sagt denn, dass es nicht auch noch sechs werden können", schien Kausmann direkt nach dem Abpfiff seinen Optimismus nicht im Jerichower Land verloren zu haben.

Gerwisch: Huhn – Schönfeld, Tangermann, Hoppe, Schäfer, Kühn (67. Herms), J. Schacker, Tietz, Träbert, Bach (88. Bach), Baumgartl

Calbe: Harant – Hoffmann, Noack, Zapke, Harms, Strohbach, Neumeister, Schmidt, Spengler, Voigt, Schulze