Einen Treffer erzielt, einen kassiert – für Fußball-Landesligist Schönebecker SV traf das am Sonnabend zu, direkt jedoch für Steven Ebeling. Der Torhüter musste zunächst früh hinter sich greifen, rettete seiner Mannschaft dann aber als Feldspieler das 1:1-Unentschieden gegen den Einheit Wernigerode.

Schönebeck. Es war die Szene des Spiels: Ebeling, ab der 73. Minute als Stürmer auf dem Feld, bekam, nach dem Christopher Birke auf der rechten Seite den Ball erobert hatte, diesen im Strafraum vor die Füße. Mit einer einfachen Finte narrte er seinen Gegenspieler und traf mit links in die lange Ecke (78.). Es folgte ein grelles Lachen des Torschützen, der sich wenig später unter seinen Mitspielern begraben auf dem aufgeweichten Hartplatz wiederfand.

Zuvor schied Thomas Hellige verletzungsbedingt aus, Trainer Marko Fiedler beorderte Christian Mertens in das SSV-Tor, Ebeling nahm nach einer mehrminütigen Umziehphase Helliges Position im Sturm ein. "Ich hatte nur noch defensive Leute auf der Bank und wollte neuen Schwung bringen. Ich wusste, dass Steven das kann, er spielt im Training auch oft vorn mit", begründete Fiedler die ungewöhnliche Wechsel-variante.

Bis dato agierten beide Mannschaften zaghaft, hatten Standprobleme auf dem schmierigen Geläuf, gingen somit kein Risiko ein. Folgerichtig ging Wernigerode durch eine Standardsituation bereits in der achten Minute in Führung. Nach einem Freistoß von der rechten Seite stand André Kopp im Strafraum frei und erzielte das 1:0. "Da hat die Zuordnung nicht gestimmt. Wir wollten Kopp doppeln, das ist uns nicht gelungen", sagte Fiedler. Die Gäste beschränkten sich danach auf die Defensive und unterbanden den Spielfluss, indem sie den Ball reihenweise ins Aus schossen. Der SSV biss sich die Zähne aus, konnte sein erfolgreiches Kurzpassspiel aus dem Handwerk-Spiel nicht aufziehen. Das lag zum einen an den Bodenverhältnissen, zum anderen an den tief stehenden Gästen, die in der zweite Hälfte mit Stefan Ramme und Sebastian Golz als "Doppel-Sechs" vor der Viererkette den Schönebeckern keinen Raum ließen. Bis Ebeling traf und in seiner Mannschaft den Willen weckte, dieses Spiel noch für sich zu entscheiden. Fast wäre dies gelungen, doch Birkes direkter Freistoß aus 18 Metern wurde zur Ecke geklärt, nach dieser Fabian Jahns knapp am Tor vorbei schoss. So blieb es beim 1:1, ein enttäuschendes Ergebnis für Einheit-Trainer André Dzial: "Wir haben es versäumt, das zweite Tor zu machen und es hat sich mal wieder bewahrheitet, dass wir keine Führung verteidigen können." Und wahrscheinlich hat er auch nicht damit gerechnet, dass es Torhüter sein sollte, der diese Führung zunichte machte.

Schönebecker SV: Ebeling – Bernau, Rindorf, Bruchmüller, Wolff, Rhode, Hellige (70. Mertens), Jahns, Birke, Fischer, Wagner

Einheit Wernigerode: Helmstedt – Günther, Pape, Stetz, Wiese, Schmidt, Ramme, Wipperling, Kopp, Golz, Horst