Die Sektkorken knallen ja öfter mal nach einem Sieg bei den Regionalliga-Volleyballerinnen des SV Pädagogik Schönebeck, doch am Sonnabend hatte man das Gefühl, dass es etwas lauter war als sonst. Mit einem starken 3:1 (25:16, 25:22, 10:25, 25:19)-Erfolg über den SC Potsdam II behauptete das Team von Trainer Dennis Raab vor lautstarker Kulisse von mehr als 100 Zuschauern den zweiten Platz und ist inzwischen seit 16 Monaten in heimischer Halle unbezwungen.

Schönebeck. Die letzte Niederlage ist auf den 4. Oktober 2009 datiert, damals unterlag der SVP dem späteren Erstplatzierten Energie Cottbus mit 0:3, übrigens zuvor auch dem SC Potsdam II. Doch in dieser Saison ist das anders, Cottbus mit 3:2 und die Brandenburgerinnen mussten Federn lassen. Und wenn man so erfolgreich ist, dann geht der Blick normalerweise auch weiter nach oben. Doch weder Trainer noch Spielerinnen wagen eine Prognose. "Erst einmal ist das nächste Spiel beim Berlin-Brandenburger SC wichtig, das wollen wir gewinnen", sagte Zuspielerin Michaela Sido.

Sie war am Sonnabend erneut Denkerin und Lenkerin, setzte zum einen Anna Lehrmann auf Diagonal gut ein und war zum anderen mit ihren Aufschlägen ein Garant für den Erfolg. Ihren kleinen Hänger, den aber das gesamte Team im dritten Durchgang hatte, den kann man getrost außer Acht lassen. Auch Raab erinnert an die noch bevorstehenden Aufgaben. "Wir wollen jedes Spiel gewinnen, um den zweiten Platz aus eigener Kraft zu verteidigen", betonte er.

Die Ausgangsposition dafür hat sich das Team am Sonnabend mehr erarbeitet als erspielt. Viele Annahmefehler auf beiden Seiten prägten das Bild. Vor allem Potsdam ging zu statisch in die Partie. "Wir waren zu unkonzentriert", schätzte Sebastian Reinhardt, der Trainer, ein. "Wir waren vom Kopf her gar nicht da." Womöglich waren die Erfolge, die das Team gegen den SVP in den vergangenen Jahren eingefahren hatte, der Grund dafür, mutmaßte er.

Dennoch stellt sein Team wahrscheinlich die stärkste Abwehr der Liga, Schönebeck benötigte zwischenzeitlich zwei, drei Anläufe, bis es endlich den Punkt erzielt hatte. "Das haben wir aber gewusst", sagte Raab, der in den vergangenen Trainingseinheiten den Fokus auf den Angriffsaufbau aus der Verteidigungsposition heraus legte. Dabei wurde die Annahme womöglich etwas vernachlässigt, sie war die Achillesferse über das gesamte Spiel hinweg.

Letztlich waren es wieder die Aufschläge, die in den ersten beiden Sätzen zugunsten der Gastgeber entschieden. Dabei war nicht nur Sido stark, auch Anna Lehrmann, Charlotte Marquardt und Sabine Grenzau zeichneten sich aus. Im Laufe des Spiels steigerte sich zudem der Block, vier direkte Punkte erzielte Schönebeck im vierten Durchgang, da fielen auch die sieben Angriffsfehler nicht ins Gewicht. So kann auch die Siegesserie in eigener Halle noch ausgebaut werden.

Schönebeck: Sido, Bock, Marquardt, Schaer, Birkenhauer, Grenzau, Müller, Lehrmann, Glaser, Schultze, Dreher

Potsdam II: Gast, Schröder, Hörnlein, Rosenthal, Poppe-Kohlsdorf, Heidelberger, Löckel, Plaschke, Klamke, Scharmacher, Neise