Calbe/Staßfurt (fna). Ein Derby definiert sich so: "Der Begriff bezeichnet ein spezielles Ereignis im Mannschaftssport, bei dem zwei meist rivalisierende Sportvereine einer Region aufeinander treffen. Für die Fans der betroffenen Vereine haben solche Ereignisse eine hohe symbolische Bedeutung und starke Emotionen werden hervorgerufen." Das trifft im Fall der Partie der Mitteldeutschen Handball-Oberliga zwischen dem HC Salzland 06 und der TSG Calbe auch auf die Spielerinnen zu. Sie begegnen sich heute um 18 Uhr im Ascaneum Aschersleben.

Die Brisanz rührt zum einen vom Personal her, beispielsweise liefen Keeperin Kathrin Gutsch und Christin Bily von der TSG lange Zeit für den HCS 06 auf. Zum anderen "tat die Niederlage in Calbe richtig weh", resümierte André Hein, der Trainer der Staßfurterinnen. Doch heute ist das anders. "Wir spielen zu Hause, wir wollen 60 Minuten Gas geben und nicht eine Sekunde nachlassen", geht die Kampfansage in Richtung Saale.

Von dieser zeigt sich TSG-Coach Frank Falke wenig beeindruckt. Viel mehr weiß Falke um die Abwehrstärke der Gastgeberinnen. "Sie spielen sehr aggressiv und robust. Doch wir sind in der Lage, da mitzuhalten."

Salzland hat unter der Woche gute Nachrichten erhalten. Die Punkte aus der Partie gegen den BSV Magdeburg könnten per Sportgericht zugesprochen werden, wenn der BSV nicht noch binnen 14 Tagen Einspruch einlegt. Damit zog das Team in der Tabelle an der TSG vorbei.

Nicht nur deshalb sieht Falke den HCS 06 in der Favoritenrolle. Schließlich legte er zuletzt eine gute Serie hin. Doch auch Calbe hat sich Selbstvertrauen geholt, trotz der knappen Niederlagen gegen Marienberg und Halle-Neustadt. Kontrahenten, die Salzland beide bezwungen hat.

Dennoch: "Es wird ein Spiel auf Augenhöhe", sagen die Trainer. Es wird eine Begegnung, in der sich die Teams nichts schenken, die von engagierter Arbeit in der Defensive geprägt sein wird, die von Emotionen geprägt sein wird, sowohl auf dem Feld als auch auf der Tribüne. Eben ein Derby ganz nach Definition.