#NULL#Es gibt einfach keine normalen Handball-Spiele zwischen den beiden Rivalen TSG Calbe und SG Lok Schönebeck. "Sie waren immer verrückt, immer spektakulär", erinnert sich Stefan Kazmierowski, Kapitän der SG Lok. Im Hinspiel sah sein Team wie der Sieger aus, führte mit 31:27 zwei Minuten vor dem Ende, doch die TSG erreichte noch den Ausgleich. Heute um 17 Uhr stehen sich beide Sachsen-Anhalt-Ligisten in der Calbenser Heger-Sporthalle gegenüber.

Calbe/Schönebeck. Einige Parallelen sind in dieser Saison zu erkennen. Beide Mannschaften legten einen super Start hin, Calbe führte die Tabelle zwischenzeitlich sogar an, Lok war nur aufgrund der weniger absolvierten Spiele im oberen Mittelfeld. Beide hatten zwischenzeitlich einen "Hänger", unterlagen unglücklich oder unnötig. Beide haben sich nach der Winterpause gefangen, gewannen ihre letzten beiden Partien und sind jetzt Tabellennachbarn. Und beide wollen nach der Saison einen Medaillenplatz.

Zudem gehören in beiden Teams Linkshänder auf der halbrechten Position zu den überragenden Akteuren. Guido Weidner legte für Lok im neuen Jahr los wie die Feuerwehr, erzielte beispielsweise gegen Friesen Frankleben 13 Treffer aus dem Feld heraus. "Es läuft beruflich und privat super", sagt der 24-Jährige. "So kann ich völlig befreit ins Spiel gehen und mich auspowern." Momentan ergänzen sich er und Mario Seifert auf dieser Position super.

Für die TSG ist Christian Hübner seit Jahren nicht mehr wegzudenken, vor allem im Konterverhalten hat er aufgrund seiner Schnelligkeit einige Vorteile. "Im Moment läuft es bei mir ganz gut", schätzt Hübner ein, "aber man ist natürlich immer von seinen Mitspielern abhängig".

Und als Team funktioniert die TSG momentan prächtig, auch die Trainingseinheiten "verlaufen wunschgemäß", die Anzahl der Teilnehmer ist nach oben gegangen. Und in den Einheiten ist die Anspannung zu spüren, "seit etwa einer Woche kribbelt es", sagt der 27-Jährige, der seit zehn Jahren mit der Ersten aufläuft. Seit dem Sieg in Spergau hat Calbe also nur noch das Derby im Kopf. "Der Ansporn ist größer als in anderen Spielen, es geht um das Prestige."

Loks Guido Weidner sieht dem Ganzen eher gelassen entgegen. Im Alter von elf Jahren hat er mit dem Handball begonnen, spielte sowohl für Lok als auch für die TSG im Jugend- und Erwachsenenbereich. Sein Herz schlägt inzwischen für Lok, nach dem "ärgerlichen" 31:31 vom Hinspiel sollen heute auf jeden Fall die zwei Punkte entführt werden. "In der Heger-Sporthalle gab es immer verrückte Spiele", erinnert er sich. Das dürfte für die Franz-Vollbring-Halle genauso gelten.

Vielleicht liegt das daran, dass "man bis zum Schluss alles gibt und auf keinen Fall verlieren will", schätzt Hübner ein.

Für die Gastgeber stehen die Vorzeichen besser, das Team hat alle Spieler an Bord, es trainierte gut unter der Woche. Den Schönebeckern fehlt Sebastian Papendieck aufgrund einer Handgelenks-Verletzung, Christian Rabe geht angeschlagen in das Spiel (Grippe). "Einige waren krank, die Vorbereitung war nicht gut", erklärt Kazmierowski. Doch heute ab 17 Uhr zählt das alles nicht mehr.

Ob der starke Rückraum mit Falk Hohmann, Guido Weidner und Mario Seifert von Lok oder die schnellen René Hulha, Felix Kralik und Christian Hübner der TSG den Ausschlag für den Erfolg geben, ist schwer zu sagen. "Der Erfolg hängt sicherlich von der Tagesform ab", sagt TSG-Trainer Peter Weiß. Wichtig ist, dass sich am Ende alle wieder die Hände geben, "hoffentlich auch die Fans", betont Weiß.

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