Glinde/Leipzig (fna). Der LVB Leipzig und die SG Eintracht Glinde haben in dieser Handball-Saison der Mitteldeutschen Oberliga das gleiche Problem: Personelle Sorgen aufgrund von Verletzungen. Nur haben das beide Teams unterschiedlich kompensiert. Während Glinde strauchelte und auf dem letzten Platz der Tabelle liegt, hat der LVB die Situation mit einem qualitativ starken und 16 Mann breiten Kader auffangen können und ist derzeit Zweiter. Heute um 19.30 Uhr treffen beide Teams in der Elbe-Sporthalle aufeinander.

Und wie in der bisherigen Saison ist die personelle Situation jeweils angespannt. In Glinde konnte unter der Woche nur mit vier, fünf Spielern trainiert werden. Keeper Steffen Oppenheimer und Linksaußen Dominik Langoff sind angeschlagen (beide Grippe), Matthias Scheller hat Probleme mit der Wade, Ronny Krause war beruflich verhindert und Andreas Lindemann ist im Urlaub. Ob der Kreisläufer rechtzeitig zurück ist, sei fraglich. "Wir konnten nur etwas Taktik und ein paar Abläufe trainieren", sagt Trainer Andreas Wiese.

Bei den Leipzigern fehlen heute verletzungsbedingt Philipp Grießbach, Alexander Pietzsch, Marco Steinbeck und Richard Wagner. "Es sind wichtige Spieler, sie fehlen vor allem in der Abwehr", erklärt Trainer Jens Große. Daher wird er zwei Spieler aus der Zweiten nominieren, damit er zwölf Akteure auf das Protokoll schreiben kann. Große setzt also auf viele Wechselmöglichkeiten, das verspricht Tempo im Spiel. "Das hat zuletzt gegen Radis funktioniert." Leipzig gewann mit 30:28.

Doch heute wird es eine ganz andere Aufgabe. Große erwartet einen "heißen Tanz", ein spannendes Spiel. "Glinde hat nichts zu verlieren, kann befreit aufspielen. Das ist immer gefährlich." Dabei ist ein Sieg so wichtig für die Sachsen, mit zwei Punkten im Gepäck würden sie an der HSG Freiberg vorbeiziehen und den ersten Platz erobern. Nur wenn dieser am Saisonende zu Buche steht, "dann wollen wir aufsteigen".

Für die Eintracht hingegen steht der Abstieg so gut wie fest, es hat zu wenig Punkte auf dem Konto. Und das ist ärgerlich. Schließlich war Glinde beim "nicht gut aufgelegten" HCE vor einer Woche gut aufgelegt, setzte sich gegen die 3-2-1-Abwehr der Gastgeber gut durch, so dass diese nach zehn Minuten zur 6-0 zurückkehren mussten. "Wir haben aber unser Konzept nicht beibehalten." Angriffe wurden zu schnell abgeschlossen, Einzelaktionen führten zu Ballverlusten. Das soll heute Abend besser werden. "Wir dürfen nicht den Fehler machen, mit Leipzig mitlaufen zu wollen." Ähnlich wie Freiberg sucht der LVB den Erfolg über Konter, zweite Welle und schnelle Mitte. "Wir müssen den Ball lange in unseren Reihen halten", sagt Wiese, "und ab und zu Akzente setzen". Das war schon gegen Freiberg erfolgreich.