Die vermeintliche Favoritenrolle scheint den Handballern der SG Eitnracht Glinde nicht zu liegen. In einer über weite Strecken zerfahrenen Partie trennte sich die Mannschaft von Trainer Andreas Wiese in der heimischen Elbe-Sporthalle vom HSV Apolda 29:29 (13:14) und bescherte den Thüringern damit den ersten Auswärtspunkt in dieser Saison in der Mitteldeutschen Oberliga.

Glinde. Dass für beide Teams viel auf dem Spiel stand, war von Beginn an un-übersehbar. Viel Krampf bestimmte die fehlerbehaftete Partie, in der die Hausherren mit einem Sieg die ohnehin schon geringe Hoffnung auf den Klassenerhalt am Leben erhalten wollten. Zudem musste die Eintracht-Sieben auf Matthias Scheller verzichten. Ihr fehlte damit ein weiteres Druckmittel aus dem Rückraum. So begann Wiese mit Denny Friedl auf Aufbau Mitte, Andreas Kühne und Christoph Frank auf den Halbpositionen. Doch bereits in den ersten Minuten deutete sich an, dass der große und robuste Abwehrverbund des HSV nur wenig aus der Distanz zuließ. Glinde rieb sich daher oft in Eins-gegen-Eins-Situationen auf oder versuchte, Andreas Lindemann am Kreis ins Spiel zu bringen. Das gelang auch mehrfach, doch nicht nur Lindemann sündigte wiederholt beim Abschluss. Dennoch traf er zur 6:5-Führung, die jedoch nur kurz Bestand haben sollte. Die Thüringer, die spielerisch wenig zu überzeugen wussten, kamen vorwiegend über ihre wurfgewaltigen Rückraumschützen Viorel Sava, Florian Dejmek und Volker Goldmann - das Trio steuerte 25 der 29 Treffer bei - zum Erfolg, führten 8:6. Glinde glich durch einen Konter von Martin Sowa umgehend wieder aus und verstand es nicht, die 12:10-Führung auszubauen, zumal Apolda in Torsten Dippmann einen wichtigen Abwehrspieler nach einer roten Karte verlor. Mit 14:13 lagen die Gäste zur Pause vorn.

Auch im zweiten Abschnitt hatte die Eintracht mehrfach die Chancen, einen minimalen Vorsprung zu erhöhen, scheiterte jedoch mehrfach freistehend und vergab unter anderem drei Strafwürfe. Sava und Dejmek auf Seiten des HSV trafen weiter nach Belieben. "Ihr müsst mehr zuschieben", ermahnte Wiese seine Defensive, die den beiden Thüringern zu viel Räume bot. So blieb es spannend bis zur Schlussphase, in der Glinde nur noch zum 29:29-Endstand kam. "Wenn wir mal schnell gespielt haben, waren wir auch erfolgreich. So hilft der eine Punkt niemandem", fasste Wiese die Partie zusammen, in der der letzte Funken Hoffnung auf den Klassenerhalt wohl erloschen ist.

Glinde: Wiese - Sonntag (3), Sowa (4), Klein, Friedl (7), Lindemann (4), Kühne, Frank (11), Steinweg

Apolda: Hübscher, Gohlke - Hollweg (1), Dippmann, Koch, Wenke (1), Goldmann (5), Dejmek (9), Sava (11), Berceanu, Dreshaj, Langer (2), Bomba

Strafwürfe: Glinde 9/5 - Apolda 6/6; Zeitstrafen: Glinde 5 Apolda 6, Rot: Dippmann (22., Apolda)