Der Schönebecker SV ist auf heimischem Rasen nicht gerade eine Macht. Lediglich zwei Spiele konnte der Fußball-Landesligist bisher für sich entscheiden. Auch am Sonn-abend behielt der Gast die Oberhand. Der SSV unterlag dem SV Eintracht Salzwedel mit 1:2 (1:1).

Schönebeck. Um den Heimfluch zu besiegen, traten die Schönebecker eigens in ihrer goldenen Auswärtskluft an. In dieser nährten sie bis weit in die zweite Hälfte die Hoffnung auf wenigstens einen Punkt. Denn bis dahin hatte der SSV ein spielerisches Übergewicht, war häufiger im Ballbesitz, jedoch die zwingenden Chancen blieben aus.

Bereits in der ersten Hälfte war das der Fall. Gefährlich wurde es lediglich über Standardsituationen. Beispielsweise verfehlten drei Freistöße von Christopher Birke ihr Ziel nur knapp. Die Hausherren waren bemüht, das Spiel an sich zu reißen, jedoch ohne großen Erfolg. Nach einem verunglückten Pass von Christian Bernau, der dabei Christian Wagner anschoss, nutzte der Salzwedeler Norman Weiß die Chance. Den ersten Versuch konnte Steven Ebeling im Tor der Schönebecker noch parieren, beim Nachschuss war er machtlos - 0:1 (30.). Kurz vor der Pause nutzte Birke einmal die sich ihm bietenden Räume, zog unbeirrt in Richtung Tor und spielte uneigennützig auf den mitgelaufenen Shimon Wolff, der zum 1:1 in das leere Gehäuse einschob (43.).

Der Treffer schien dem SSV Auftrieb zu geben, denn nur kurz nach der Pause hatte Birke das 2:1 auf dem Fuß. Nach einem schönen Angriff auf der rechten Seite über Patrick Ebeling, der nun an der Seite von Thomas Hellige im Sturm agierte, und Wolff verfehlte sein Schuss von der Strafraumgrenze das Tor nur um Zentimeter. Statt der Führung waren es abermals die Gäste, die mit ihrer ersten gefährlichen Aktion in der zweiten Hälfte zum Erfolg kamen. Nach einer Ecke rollte der Ball an Freund und Feind durch den Strafraum, der am langen Pfosten wartende Mario Schulz ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen und traf zum 2:1 (58.).

Die Schönebecker reagierten wütend, wollten nun den Ausgleich erzwingen, doch wiederholt behinderten zuviele Fehler und ungenaue Pässe den Spielaufbau. Birke setzte zu Alleingängen an wurde dabei mehrfach hart und regelwidrig gebremst. Der überfordert wirkende Schiedsrichter Michael Damke fand hierfür kein angemessenes Strafmaß, hatte zudem bei einigen Abseitsentscheidungen kein glückliches Händchen, sodass die Partie in der Schlussphase hektisch und ruppig wurde. Ein Treffer jedoch fiel nicht mehr. Unrühmlicher Höhepunkt war dann die rote Karte gegen Patrick Ebeling, der nach einem nichtgeahndeten Foul wohl unpassende Worte in Richtung Assistent richtete.

"So leicht werden wir es gegen Salzwedel wohl nie wieder haben", trauerte Fiedler der verpassten Chance hinterher. "Wir haben jetzt ein Sechs-Punkte-Spiel in Aschersleben. Vielleicht liegt uns das mehr." Dann sicher wieder in den goldenen Trikots.

Schönebeck SV: St. Ebeling - Bernau, Bruchmüller, P. Ebeling, Wolff, Hellige, Jörß, Fischer, Wagner, Jahns, Birke

Eintracht Salzwedel: Piotrowski - Burchardt, Bauer (58. Paulini), Roth (46. Wagner), Gebert, Weiß, N. Schulz, Komnick (89. Dieckman), Schmidt, Falkenhagen, M. Schulz