Jessen (fna). Mit nur acht Feldspielern reiste die TSG Calbe am Sonnabend zum Jessener SV. Neben den beiden langzeitverletzten Toni Sens und Felik Kralik fielen auch Andreas Doll und kurzfristig Sebastian Roost berufsbedingt aus. "Die Vorzeichen standen nicht günstig", sagte Gunnar Lehmann, der für Coach Peter Weiß (privat verhindert) an der Seitenlinie übernahm. Doch aufgrund einer starken kämpferischen Leistung gewannen die Gäste die Handballpartie in der Sachsen-Anhalt-Liga mit 27:25 (12:11).

Überhaupt war es eine umkämpfte Begegnung, schließlich ging es für Jessen noch um den Ligaverbleib, Verfolger Seehausen punktete am Freitag doppelt gegen Lok Schönebeck. Calbe erwischte den besseren Start, setzte sich vom 1:4 (5.) über das 2:6 zum 5:9 (16.) ab. Keeper Daniel Bertram hielt in dieser Phase super. "Dann haben wir nicht konzentriert weitergespielt, waren in der Abwehr nicht mehr so aggressiv", hatte Lehmann beobachtet. Bis zur Pause verkürzten die Gastgeber zum 12:11.

In der Kabine forderte der Coach mehr Druck für die zweite Halbzeit, die schnelle Mitte sollte vermehrt eingesetzt werden. "Das haben wir gut umgesetzt." Nach dem 12:12-Ausgleich enteilte die TSG zum 15:20. Dann gab es eine rote Karte gegen einen Jessener Spieler. Die Partie war für vier, fünf Minuten unterbrochen, es gab viele Diskussionen und Unruhe am Kampfrichtertisch. Das hat Calbe wohl aus dem Rhythmus gebracht.

Jessen zeigte in der Folge eine Trotzreaktion, verkürzte zum 19:20 (48.). Lehmann appellierte in der anschließenden Auszeit zu mehr Konzentration, es sei die entscheidende Phase. Wieder setzten seine Schützlinge die Vorgaben gut um, Robert Knörich parierte in den zweiten 30 Minuten einige Würfe auf seinen Kasten. Nach dem 20:24 hielt die TSG ihren Vorsprung, führte mit 26:24 (58.). Dann entschärfte Knörich einen Freien von Jessens bestem Werfer Christian Peschek (zehn Treffer), Maximilian Kralik erhöhte zum 24:27. Der Gastgeber verkürzte noch zum 25:27-Endstand.

"Es war ein verdienter Sieg, eine tolle Mannschaftsleistung", lobte Lehmann. Diese sollte Selbstvertrauen geben für das schwere Halbfinalspiel am Sonnabend um 17 Uhr gegen den Ersten der Liga, Grün-Weiß Wittenberg/Piesteritz. "Wir hoffen, dass die angeschlagenen Spieler bis dahin wieder fit sind." Mathias Walther verletzte sich in Jessen an der Nase, "aber es scheint nichts gebrochen zu sein".

TSG Calbe: Bertram, Knörich - Walther (2), B. Rätzel (5/4), Barby (4), Hulha (3), N. Rätzel (3), M- Kralik (3), Fritsche, Hübner (7)

Siebenmeter: Jessen 5/5 - Calbe 6/5; Zeitstrafen: Jessen 6 - Calbe 5