Glinde (mnd). Es ist wohl das letzte entscheidende Duell für die SG Eintracht Glinde und den HSV Naumburg/Stößen. Dass beide Mannschaften aus der Mitteldeutschen Handball-Oberliga abgestiegen sind und in der kommenden Saison eine Klasse tiefer in der Sachsen-Anhalt-Liga spielen werden, das steht bereits fest. Vielmehr geht es in dieser Partie, die heute um 17 Uhr in der Elbe-Sporthalle angepfiffen wird, darum, wer am Saisonende die "rote Laterne" inne haben wird.

"Einer muss es ja werden", sagte HSV-Trainerin Ines Seidler vor der Partie und ergänzte: "Wir wollen erfolgreich wieder aus Glinde abreisen."

Andreas Wiese hat ebenfalls die letzten Hoffnungen begraben, gibt sich keinen Illusionen hin, aufgrund der bisher unklaren Abstiegsregel eventuell doch noch ein Schlupfloch für den Ligaverbleib zu finden. Der Trainer der SG Eintracht hat sich allein dem Ziel verschrieben, am Saisonende die "rote Laterne" abzugeben. Die einzige Mannschaft, die dafür in Frage kommt, diese undankbare Platzierung zu übernehmen, ist eben jener HSV, der nur einen Punkt Vorsprung zu Glinde aufweist. "Es ist das entscheidende Spiel, in dem wir vorbeiziehen können", weiß Wiese. "Wir wollen unbedingt, doch dazu müssen wir den inneren Schweinehund überwinden."

Wiese weiß wovon er spricht, hat er doch während der gesamten Saison mit immer neuen Widrigkeiten zu kämpfen. Nur eine blieb konstant: Die personelle Schieflage. Zum Ende der Saison hat sich diese noch einmal zugespitzt. Nach dem Abgang von Andreas Kühne fehlt der Mannschaft ein weiterer Eckpfeiler, insbesondere in der Abwehr. Zudem konnte Matthias Scheller in den vergangenen zwei Wochen aus privaten Gründen nicht trainieren, sein Einsatz heute ist ungewiss. Definitiv fehlen wird Steffen Oppenheimer aus beruflichen Gründen, ein schmerzhafter Verlust, da der Torhüter in den letzten Wochen, insbesondere in den Heimspielen, zur Hochform auflief. So wird es wohl wieder darauf hinaus laufen, dass Wiese mehr Einfluss nehmen muss, als ihm Recht ist. "Ich werde wohl ins Tor müssen, da unsere Alternative Michael Eisenkolb ausfällt und der Einsatz von Karsten Müller noch nicht geklärt ist", sagt Wiese. Doch Wiese ist leid-erprobt, kennt diese Situation ja zur Genüge, wie auch Seidler, die ebenfalls über eine nicht enden wollende Verletztenmisere klagt. "Es waren mal mehr, mal weniger, aber alle hatte ich nie zusammen." Das aktuelle Lazarett des HSV umfasst den Langzeitverletzten Tobias Seyfarth, Marcel Kilz, Martin Linse, Thomas Slamka, Sascha Kluge und Torhüter Maik Pfannschmidt. "Es ist schwierig, jede Woche hart zu arbeiten, doch die Mannschaft zeichnet aus, dass sie in jedem Spiel Moral zeigt." Das erwartet sie auch gegen Glinde, denn "es ist ganz wichtig, positiv abzuschneiden". Seidler denkt da bereits an die kommende Saison. Doch heute geht es für beide Mannschaften zunächst einmal darum, nicht Letzter zu werden.