Glinde (fna). Diese Antizipation hat sich Matthias Scheller in vielen Jahren als Handballer erarbeitet. Auch in der Schluss-phase gegen den HSV Naumburg/Stößen gelangen dem Rückraumakteur der SG Eintracht Glinde zwei Ballgewinne, die erst Enrico Sonntag zum 29:22 und danach Martin Sowa zum 30:22 verwandelten. Die Eintracht erhöhte noch zum 36:23 (14:9)-Endstand, weil einfach jede Aktion von Erfolg gekrönt war. Somit gab sie den letzten Platz in der Mitteldeutschen Oberliga an die Gäste ab.

Der Abstieg steht seit mehreren Wochen fest, aber träumen darf auch Andreas Wiese noch. "Wenn wir immer den Kader zusammen gehabt hätten, würden wir nicht da unten stehen", war sich der Coach sicher. Am Sonnabend war zumindest der Rückraum komplett, "so dass wir immer wieder jemandem Ruhepausen geben konnten". Das machte sich vor allem im Endspurt bemerkbar, als den ersatzgeschwächten Naumburgern die Kräfte ausgingen, sie Ballverluste und Fehlwürfe produzierten. Allein fünf der sieben "Fahrkarten" in der zweiten Hälfte warf das Team nach der 50. Minute. Hinzu kam ein starker Wiese, der für den berufsbedingt verhinderten Steffen Oppenheimer zwischen den Pfosten stand. Sieben Würfe hielt er in den zweiten 30 Minuten, darunter einen freien. So fielen die sechs Ballverluste nicht ins Gewicht.

Zudem hat sich Matthias Scheller warmgeworfen, bevor die Gäste reagierten. Zwar versuchten sie es bereits in der ersten Halbzeit mit einer 5-0-1 gegen ihn, Christoph Frank oder Denny Friedl, doch die Gastgeber hatten oftmals die richtige Antwort parat, sowohl durch Kombinationen als auch durch Einzelleistungen, beispielsweise durch Philipp Klein, der insgesamt fünf Treffer erzielte. In der kommenden Saison müssen beide Teams nun in der Sachsen-Anhalt-Liga wieder um Punkte kämpfen.

EintrachtGlinde: Wiese, Krüger - Sonntag (6), Klein (5), Langoff, Sowa (3), Steinweg, Krause (4), Friedl (2/1), Scheller (7), Lindemann, Frank (9/1)

Naumburg/Stößen: Zacher, Pajung - Kluge (1), Benecke (8), Deibicht (4), Schindler (3), Haufe, Fende (3), Ufer (1), Schreiber (2), Schroller, Lange, Baumgart (1/1)

Siebenmeter: Glinde 4/2 - Naumburg/Stößen 3/1; Zeitstrafen: Glinde 3 - Naumburg/Stößen 10; Rot:Christian Haufe (3x2 Minuten, 37:43)