Wernigerode (fna). Es ist angerichtet an der langen Tafel der Fußball-Landesliga. An der Stirnseite sitzt seit einigen Spieltagen der Schönebecker SC und lässt sich den Erfolg richtig schmecken. Elf Drei-Gänge-Menüs in Folge hat das Team von Trainer Christian Kehr nun schon komplett abgegessen. Am Sonnabend folgte beim FC Einheit Wernigerode der nächste Festschmaus. Mit 3:1 (1:0) wurden die Gastgeber "abgefrühstückt".

Neben den Schönebeckern saßen zuletzt die Fortunen aus Magdeburg. Der Aufsteiger, also der Neuling an der langen Tafel, musste sich aber durch das 2:2-Remis beim Schönebecker SV mit einer einfachen Scheibe Brot abspeisen lassen und rutsche bis auf den vierten Sitzplatz hinunter. Auch der VfB Ottersleben hat nicht mehr den gleichen Appetit wie in der Hinrunde, hat sich aber mit einem würzigen 6:0-Erfolg über den 1. FC Aschersleben an den zweiten Platz "gefuttert" und sitzt nun wieder dem SSC am nächsten.

Die Elf von Christian Kehr will sich aber bis zum letzten Spieltag nicht mehr von der Stirnseite verdrängen lassen, wird selbst nach zwölf Siegen in Folge noch großen Hunger verspüren. Beispielsweise durch Enrico Klüter, der nach seiner Genesung zunächst von der Bank aus zusehen musste, dann aber nach seiner Einwechslung für viel Belebung auf der linken Seite sorgte und nicht zuletzt aufgrund seiner Freistöße für viel Torgefahr verantwortlich war. In Wernigerode gelang ihm mit einem direkt verwandelten Freistoß aus 25 Metern die erneute Führung (1:2, 65.). Tobias Buchholz hatte per verwandeltem Foulelfmeter für das erste Appetithäppchen gesorgt (0:1, 4.), nachdem Marcus Bolze unfair im Strafraum vom Ball getrennt wurde.

"Wir haben versäumt, den zweiten Treffer nachzulegen", sagte Kehr. Einheit kam besser ins Spiel und drängte vor allem nach der Pause auf den Ausgleich, den Martin Schrader in der 52. Minute erzielte. "Dann haben wir Charakter gezeigt", betonte der Coach, mit den Einwechselspielern Klüter und Christoph Irmscher "haben wir unsere Linie wiedergefunden". Bolze machte schließlich mit seinem Treffer zum 1:3 (88.) "den Sack zu".

Erneut waren es die Einwechselspieler, die für den wichtigen neuen Schwung sorgten, als der Gegner stärker aufkam, die immer wieder Impulse gaben, die noch lange nicht satt waren und immer noch einen Nachschlag haben wollen. "Wir sind schwer ausrechenbar", erklärte Kehr. Wenn es mal nicht läuft "springen andere in die Bresche". Nun freut sich das Team auf den nächsten Spieltag, dann speisen die vier vorderen Teams untereinander. Der SSC bittet Germania Halberstadt II zu Tisch, Fortuna bewirtet Ottersleben. Es ist angerichtet.

Einheit Wernigerode: Helmstedt - Schrader, Pape, Wiese, Ramme, Riemann (68. Oberstädt), Werner, Wipperling, Kopp, Golz, Schmidt

Schönebecker SC: Deumeland - Duscha (55. Irmscher), Schüßler, Buchholz, Braunert, Renger, Bolze, Rothe (86. Dentz), Wejsfelt, Adrian (59. Klüter), Schulz