Bad Blankenburg/Glinde (sam). Die Luft ist raus, zumindest beim Mitteldeutschen Handball-Oberligisten SG Eintracht Glinde. Das Team von Trainer Andreas Wiese hat sein Saisonziel, welches Klassenerhalt lautete, verpasst. Ein neues hat es sich aber schon gesetzt, und zwar nicht Letzter in der Liga zu werden. So gaben die Glinder die rote Laterne am vergangenen Wochenende an den HSV Naumburg/Stößen ab, den sie mit 36:23 bezwangen. Bei noch drei ausstehenden Partien will die Wiese-Sieben aber nochmal alles geben und sich bei den Spitzenteams, unter anderem morgen um 16 Uhr beim HSV Bad Blankenburg (4.) sowie am letzten Spieltag beim Spitzenreiter SG LVB Leipzig, "so teuer wie möglich verkaufen".

Die Glinder haben nichts mehr zu verlieren. "Wir können befreit aufspielen", sagt Wiese. Daher wird morgen kräftig in die Experimentierkiste gegriffen. Wiese wird seine Abwehr erneut sehr offensiv aufstellen und versuchen, mindestens zwei Akteure des Gastgebers aus dem Spiel zu nehmen. Ihm schweben die Varianten 3-2-1 und 1-5 vor, die die Mannschaft unter Woche beim Training mit der Zweiten bereits erprobt hat.

Wiese weiß um die Stärken der Thüringer, die insbesondere im Rückraum liegen, und hob stellvertretend Eric Sindermann hervor, der variabel auf links und rechts agiert. In der Torjägerstatistik findet man den Namen Sindermann ebenfalls recht schnell, denn der 22-Jährige liegt hinter David Heinig (237 Treffern/Ziegelheim) mit 183 Toren auf Rang zwei. Der Erfolg trägt aber nicht nur den Namen Sindermann, sondern er hat auch einen lettischen Klang. So sorgen Donatas Puikis und Vitalis Tautvaisas immer wieder für Gefahr, ebenfalls aus dem Rückraum. In der Deckung vertraut Trainer Frank Ihl auf eine stabile 6-0. "Diese können wir vielleicht mit viel Spielwitz knacken", blickt Wiese voraus und hofft auf einen Überraschungscoup. Ein nachträgliches Geschenk würde mit Sicherheit auch Aufbauspieler Philipp Klein freuen, der heute seinen Geburstag feiert.

Eins wollen die Glinder aber nicht, und zwar Geschenke verteilen. Obwohl die Thüringer jeden Zähler gut gebrauchen können, um ihr Minimalziel, das nun Medaillenplatz heißt, zu erreichen. Der Tabellenvierte träumte bis zuletzt sogar noch von der Meisterschaft. Dieser Traum zerplatzte am vergangenen Wochenende, als der HSV in Wolfen mit 33:37 unterlag. Der Rückstand zu den Medaillenplatzen beträgt gegenwärtig nur ein Punkt. Die Ziele haben sich nun bei beiden Mannschaften verändert und sie werden alles daran setzen, um diese am Ende zu erreichen.