Atzendorf. Irgendwann in der ersten Halbzeit verließ Bernhard Knoll aus dem Trainergespann mit Steffen Grohe seinen angestammten Platz an der Seitenlinie und suchte sich einen neuen. Er wählte eine andere Perspektive, denn sein Weg führte ihn auf die beiden übereinander gestapelten Baucontainer, die als Sprecherturm auf dem Sportplatz dienen sowie einen anderen Blick auf das Geschehen ermöglichen. Dieser Standpunkt brachte neue Erkenntnisse, allerdings keine guten. "Ich habe von oben geschaut, wie schlecht wir waren." Die ZLG unterlag dem TSV Hadmersleben mit 2:3 (0:2).

Die Niederlage beschäftigte Knoll noch gestern. Er haderte insbesondere mit den zahlreichen Torchancen. "Wir müssen von den drei, vier Möglichkeiten wenigstens zwei Tore schießen. Stattdessen legen wir für den Gegner auf", monierte er. So wie in der 13. Minute, als ein Einwurf direkt vor den Füße der Gäste landete. David Hinz schaltete am schnellsten und ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen. In dieser Situation hatte selbst Atzendorfs Keeper Sascha Eisenträger, der von seinen Vorderleuten im Stich gelassen wurde, keine Chance - 0:1. Der Gastgeber war im Abschluss nicht konsequent genug beispielweise als Andreas Ingler den Ball nach Flanke von Silvio Franzelius dem Keeper direkt in die Arme köpfte oder Stürmer Danny Reuscher knapp am Ball vorbeirutschte. "An guten Tagen sind die Chancen drin", war sich Knoll sicher. Es war zumindest in der ersten Hälfte ein schlechter Tag, denn der zweite Gegentreffer ließ nicht lange auf sich warten. Diesem ging ein Ballverlust durch Marcus Brüggemann im Mittelfeld voraus. "Daraufhin brannte es dann lichterloh bei uns im Strafraum", hatte Knoll von seiner erhöhten Position beobachtet. Patrick Darius erhöhte zum 0:2 (35.). Dem Gastgeber mangelte es oftmals an Ideen, um dem Gegner Paroli zu bieten, so dass die Gäste mit 2:0 in die Pause gingen. In der Kabine brauchte Knoll nur wenige Worte, denn wichtig war, dass sein Team "hinten sicher stand und im Angriff mehr Druck erzeugte".

Die Atzendorfer kamen nun mit mehr Schwung aus der Kabine. So freute sich Knoll über die beiden Treffer von Reuscher. Den ersten gab es in der 56. Minute, als er nach Eingabe über die rechte Seite den Ball mit dem rechten Fuß ins lange Eck schob und zum 1:2 verkürzte. Nur vier Minuten später stand Reuscher nach einer Ecke von Silvio Franzelius ebenfalls richtig. Der Ball segelte in den Fünf-Meter-Raum, direkt auf Reuscher zu, der zum 2:2 einköpfte (60.). Die Freude über den Ausgleich währte nur kurz, denn nur eine Minute später sorgte Piere Hentrick für Jubelstimmung auf der Gästeseite. Er markierte die Führung zum 3:2 (61.). Die Atzendorfer ließen sich von dem Rückschlag nicht unterkriegen und übten weiterhin Druck nach vorn aus, um noch den Ausgleich zu erzielen, vielleicht sogar die Wende einzuläuten. "Wir haben nach vorn alles versucht", sagte Knoll. Selbst Eisenträger lief bei jedem Freistoß mit nach vorn. Die Belohnung blieb aus und so stand am Ende die zehnte Niederlage zu Buche. Dementsprechend enttäuscht verließen die Atzendorfer den Platz, die sich im Spiel der Tabellennachbarn mehr ausgerechnet haben. Schließlich ist jeder Punkt im Kampf um den Klassenerhalt wichtig. Der Vorsprung beträgt bei noch sechs Partien sieben Zähler. In der Tabelle rutschte die ZLG auf Platz zwölf ab.

Atzendorf: Eisenträger - Ch. Rock, Frenzelius, Rehbein, Brüggemann, Ebeling, Schleysing, Ingler, Reuscher, Voigtländer (75. Sündermann), St. Rock

Hadmersleben: Meßmann - König, Brieger, Thunert, Kittelmann, Gammisch, Hentrich, Schuffert (67. Jakobs), Darius, Pütsch (83. Andrä), Hinz