Salzlandkreis (mnd). Eine oft benutzte Fußball-Weisheit besagt, dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat. Es sind Gesetze, wonach die Kräfte- verhältnisse für 90 oder 120 Minuten unwirksam werden, die vermeintlich "Kleinen" in guter Regelmäßigkeit gegen die "Großen" aufbegehren. Im diesjährigen Salzlandpokal sind die Verhältnisse im Vorfeld jedoch unklar, Favoriten scheint es nicht zu geben, da vier der ersten sechs Teams gegeneinander antreten.

Der SV Rathmannsdorf empfängt am Ostermontag den Tabellenführer Blau-Weiß Biere, der TSV Kleinmühlingen/Zens, aktueller Zweiter, genießt Heimrecht gegen den SSV Eintracht Winningen. Der Anpfiff beider Partien erfolgt um 14 Uhr.

In Rathmannsdorf sieht man dem Duell gegen Biere mit Spannung entgegen. "Mal abgesehen vom vergangenen Jahr, sind wir ja eine Pokalmannschaft", sagt SVR-Spielertrainer Thomas Keye. "Und wir sind gern bereit, die Tradition fortzuführen."

In der Tat sind die Rathmannsdorfer in diesem Wettbewerb immer weit gekommen, 2009 bis ins Halbfinale, 2008 bis ins Finale, 2007 hielten sie den Pokal nach dem Sieg über Hausneindorf sogar in den Händen. "Für die Fans war es immer eine super Sache", erinnert sich Keye heute noch gerne zurück an die Fahrten zu den Endspielen.

Doch bis es wieder soweit ist, müssen erst die Blau-Weißen bezwungen werden. Keye betont: "Wir wollen ins Finale. Unser Präsident Peter Frey hat es sich gewünscht, er wird im August 50 Jahre alt."

Während die Rathmannsdorfer, die auf die verletzten Lars Dübener und Sebastian Trensinger verzichten müssen und zudem um den Einsatz von Ronny Schnock bangen, voller Vorfreude der Partie entgegen sehen, hält sich diese beim Kontrahenten aus Biere in Grenzen. Trainer Steffen Rotte hat den Fokus eindeutig auf die Liga gelegt, dennoch betont er: "Wenn wir schon soweit gekommen sind, dann wollen wir auch ins Finale."

Auf dem "heißen Pflaster" Rathmannsdorf erwartet er eine "schwere Aufgabe", die er ersatzgeschwächt bewältigen muss. Rotte fehlen gleich mehrere Stammspieler, darunter Peter Bergk, Nico Stickrodt und Sebastian Hoffmann. So wird er wohl auf Spieler der zweiten Mannschaft zurückgreifen müssen, die jedoch zur gleichen Zeit in der Kreisklasse antritt.

Im zweiten Halbfinale hat Titelverteidiger Kleinmühlingen sein Saisonziel, den Aufstieg, bereits erreicht. Daher sieht Trainer Mario Katte den Pokal als "Zubrot", betont aber zugleich: "Wir nehmen das Spiel ernst." Er erwartet "ein anderes Winningen" als noch in der Ligapartie und kann wieder auf Martin Glaser und Sohn Chris zurückgreifen.