Christian Kehr ist stets bemüht, das Positive in den Vordergrund zu stellen, auch nach Niederlagen. Nach dem 0:1 (0:0) des Schönebecker SC am vergangenen Donnerstag gegen den ärgsten Verfolger in der Fußball-Landesliga, SV Fortuna Magdeburg, war dies ebenso der Fall. Obwohl die Partie nicht zufriedenstellend verlief, zog Kehr dennoch ein positives Fazit.

Schönebeck. Beim SSC ist der Blick weiter nach vorn gerichtet. "Die Niederlage wirft uns nicht aus der Bahn. Wir haben immer noch eine gute Ausgangsposition und die wollen wir nutzen", sagte Kehr optimistisch. Denn, auch wenn nicht alles nach Plan verlief, Kehr den "glasklaren Chancen", die ungenutzt blieben, nachtrauerte, so hofft er dennoch, dass seine Mannschaft gestärkt aus dieser Partie hervorgeht, ein Lerneffekt einsetzt. "Wir können aus diesem Spiel mehr mitnehmen als aus den 13 Siegen."

Solange hielt die Siegesserie der Schönebecker, bis die clever agierenden Magdeburger diese beendeten. Allen voran Fortuna-Torjäger Simon Weiß, der seine gute Leistung mit dem Tor des Tages kurz vor dem Abpfiff krönte. "Das war unser Fehler, wir haben den Ball springen lassen", beschrieb Kehr die Situation beim 1:0, als zwei Schönebecker die Flugbahn des Balles unterschätzten. Weiß nutzte diese Unachtsamkeit zu seinem 23. Saisontreffer.

Diese Situation ist gewiss eine, von der Kehr der Meinung ist, dass seine Mannschaft diese in Zukunft abstellen muss und auch wird. Eine Entwicklung hat es ja insbesondere in der Abwehr bereits gegeben, das "Sorgenkind" aus der Hinrunde ließ seit Beginn der Siegesserie nur fünf Gegentreffer zu und hatte maßgeblichen Anteil am Sprung auf Platz eins. Gegen Fortuna war Kehr zu Umstellungen gezwungen, er ließ "nicht die Optimalformation" spielen. Daher ist es auch ein "Qualitätsbeweis von Fortuna", dass es daraus Kapitel schlug. Doch Kehr betont zugleich: "Wir haben uns selbst um den Lohn gebracht."

In der Tat hätte der SSC durch Markus Bolze und Enrico Palm bereits vor der Pause auf die Siegerstraße einbiegen können. So sah es auch Fortuna-Trainer Andre Hoof: "In der ersten Halbzeit haben wir ein bisschen Glück gehabt." So verhinderte die Querlatte einen Treffer, anschließend traf Palm das leere Tor nicht. Doch Hoof lieferte auch eine Erklärung, warum seine Mannschaft "aufgrund der zweiten Hälfte total verdient gewonnen" hat. "Schönebeck war durch die langen Bälle, vor allem von Mats Wejsfelt, ausrechenbar."

Dies gilt es nun für Kehr aufzuarbeiten, der Lerneffekt soll bereits in den nächsten Spiele greifen, damit sich der "Schuss vor den Bug" nicht wiederholt. Aber auch wenn er nicht gern in der Vergangenheit kramt, er denkt gern an die siegreichen Spiele zurück, sie sind "aller Ehren wert". Daher wissen seine Spieler bereits, "wie es geht". Dann kann auch diesmal der Lerneffekt nicht lange auf sich warten lassen.