Calbe (fna). Stephan Schulze hätte am Sonnabend vielleicht Lotto spielen sollen, seine Voraussage jedenfalls war nicht die schlechteste. Der Fußballer der TSG Calbe kommentierte beim Erwärmen in der Halbzeitpause, nachdem er den Ball ins Tor befördert hatte, seine Aktion: "Der Torschütze zum 2:0 heißt Schulze." Die erste Chance im Spiel hatte er nach etwa 70 Minuten, als er im Konter jedoch zu uneigennützig war und den Ball nochmal abspielen wollte, dieser aber abgefangen wurde. Tatsächlich markierte er vor 81 Zuschauern aber den 2:0 (1:0)-Endstand gegen den Letzten der Landesliga, den 1. FC Aschersleben, in der 83. Minute nach starkem Pass vom ebenfalls eingewechselten Philip Berner und Flanke von Alexander Menz.

Vor allem in der ersten Hälfte war die TSG besser, trat dominant auf und zeigte viele gute Spielzüge. Sascha Bergholz belohnte das Team mit dem Treffer zum 1:0 (20.) nach einem Eckball. "Die Standards sind in dieser Saison eine Stärke", freute sich Trainer René Kausmann. "Wir haben aber verpasst, das zweite Tor nachzulegen."

Nach dem Wechsel erarbeitete sich Aschersleben ein Übergewicht im Mittelfeld, hatte etwa 15 Minuten lang mehr vom Spiel. "In dieser Phase müssen wir einfach einen Treffer erzielen", haderte Klaus Gebhardt, der Coach, mit den vergebenen Möglichkeiten. Läuferisch konnte er seinen jungen Schützlingen keinen Vorwurf machen, der Wille war da. "Aber ohne Enrico Hoyer und Tino Borris fehlen zwei offensivstarke Kräfte, "die man nicht so einfach kompensieren kann". Tatsächlich hatten die Gäste nur eine gefährliche Aktion nach einem Abschlag von Keeper Mario Bellstedt, als die Calbenser Abwehr den Ball unterschätzte und springen ließ, doch Lukas Hartmann vergab diese.

Nach 60 Minuten fingen sich die Gastgeber, nahmen die Zweikämpfe besser an und hatten spätestens nach der roten Karte gegen FCA-Kapitän Marco Grabowski (Schiedsrichter-Beleidigung) viele Chancen durch Konter, eine davon nutzte Schulze. In der Folge stand die Abwehr wieder sicher, Sebastian Strobach, der erstmals wieder von Beginn an auflief, hinterließ im defensiven Mittelfeld einen starken Eindruck. "Aber die Kraft ist noch nicht wieder voll da, am Ende musste ich ziemlich kämpfen", sagte er, war dennoch sichtlich erleichtert, dass die TSG einen Erfolg eingefahren hatte. "Es war ein Arbeitssieg", sagte Kausmann. "Wichtig sind die drei Punkte."

Nun kann das Team vollkommen befreit auftreten, wenn es am Freitag, 6. Mai, um 18.45 Uhr im Derby den Schönebecker SC empfängt. Vielleicht wagt Stephan Schulze erneut eine Prognose.

TSG Calbe: Herrmann - Noack, Harms, Strobach, Müller, Th. Schmidt (46. Schulze), Menz (85. Sandau), Bergholz (75. Berner), To. Schmidt, Voigt, Hoffmann

1. FC Aschersleben: Bellstedt - Zir, Semanco, Grabowski, Horacek (46. Lassbeck), Teutloff, Rockmann (67. Röseler), Hartmann (73. Linde), Hranicka, Schmidt, Leus