Robert Kellermann griff sich das Megaphon und stimmte das Lied "Humba, Humba täterää" an. Der Kapitän des Fußball-Salzlandligisten FSV Biere gab nach dem 4:1 (3:1)-Erfolg im Salzlandpokal gegen den Titelverteidiger sowie Ligakonkurrenten TSV Kleinmühlingen/Zens lautstark den Takt vor, während seine Mitspieler um ihn herum ausgelassen tanzten und feierten.

Nienburg. Ronny Börsch hatte sein Trikot lässig über die Schulter gehängt und stimmte ebenfalls ein. Dabei sollte der Stürmer am Sonntag gar nicht auf dem Platz stehen. Der 36-Jährige, der seine Karriere in der abgelaufenen Serie schon beendet hatte, steht dem Team von Trainer Steffen Rotte aber weiterhin bei personellen Engpässen auf Abruf zur Verfügung. Das war bereits bei vier Ligaspielen, unter anderem im Rückspiel gegen Kleinmühlingen, der Fall. Nun waren erneut seine Dienste gefragt, denn Börsch erhielt am Samstagabend den Anruf von Rotte, der ihn um einen erneuten Einsatz bat, denn Frank Weinreich fiel krankheitsbedingt kurzfristig aus. Nach dem ihm seine Frau am Sonntagmorgen grünes Licht für die Partie gab, machte sich Börsch auf den Weg.

Dass der Bierer neben Christian Brehmer zum Matchwinner werden würde - beide erzielten jeweils zwei Treffer -, damit war wohl nicht zu rechnen. Doch es gab viele positive Vorzeichen, die auf einen Erfolg hindeuteten. So hatte Biere bereits vor der Partie einen Hauch Siegerluft eingeatmet, denn das Team bekam die Kabine der B-Jugend des SV 09 Staßfurt, die zuvor das Kreispokalfinale gegen die Spielgemeinschaft Askania/Einheit Bernburg mit 2:0 gewann. Zudem war der FSV den Kleinmühlingern oftmals einen Schritt voraus, sei es bei der Erwärmung, als er als Erster den Rasen des Nienburger Sportplatzes betrat, oder beim Anstoß, den die beiden Angreifer Andy Skrypczak und Börsch ausführten. Stürmer Rolf Schulze rückte auf die Sechser-Position und bewies auch dort viel Übersicht und Zweikampfstärke. Für Rotte gehörte der 31-Jährige wie Börsch zu "den besten Spielern auf dem Platz".

Den besseren Start in die Partie erwischte dann aber der TSV, der druckvoll nach vorn agierte und verdient zur Führung traf. "Wir haben die ersten 20 Minuten bestimmt. Der Ausgleich war dann der Knackpunkt", hatte TSV-Trainer Mario Katte beoachtet.

Diesen erzielte Börsch, der mit seiner langjährigen Erfahrung viel Ruhe vor dem Tor ausstrahlte. Noch vor der Pause traf er erneut, baute die Fürhung zum 3:1 aus. "Ich habe einfach Glück gehabt. Ich stand zur richtigen Zeit am richtigen Ort", sagte er nach der Begegnung. Zudem holte er noch den Strafstoß nach der Pause heraus. Diesen verwandelte Brehmer sicher. Diese Partie genoss Börsch wohl in vollen Zügen, er feierte anschließend mit dem Team in der Kabine ausgelassen weiter.