Glinde. Der Abschied der SG Eintracht Glinde aus der Mitteldeutschen Handball-Oberliga sowie der letzte Auftritt von Enrico Sonntag, Christoph Frank und Denny Friedl vor heimischem Publikum sind gestern Abend ordentlich in die Hose gegangen. Das Team musste sich im letzten Spiel auf eigenem Parkett dem TuS Radis mit 35:39 (13:22) geschlagen geben und hatte dabei zu keinem Zeitpunkt die Chance auf einen Punktgewinn.

Die Anfangsminuten waren Sinnbild für die Situation der Eintracht, und sie waren beispielhaft für den Rest der Partie. Glinde ging durch Christoph Frank zwar mit 1:0 in Führung, doch gleich im Anschluss ver-gab Denny Friedl nach Ballgewinn einen Konter, TuS-Keeper Maik Wiese hielt. Auch die beiden geblockten Würfe durch Martin Sowa hatten keine Signalwirkung für das Team. Kein Zusammenspiel, viele Einzelaktionen und nur wenige zwingende Torchancen. Die Eintracht hatte die Chance, zum 4:1 davonzuziehen und der Partie womöglich ihren Stempel aufzudrücken und Radis, das im Kampf um den Ligaverbleib jeden Punkt benötigt, somit frühzeitig unter Druck zu setzen, doch das Gegenteil war der Fall.

Durch acht Ballverluste und neun Fehlwürfe der Gastgeber allein in der ersten Halbzeit erzielten die Gäste einfache Treffer nach Kontern und fanden somit von Beginn an zu ihrem Spiel und zur Sicherheit. Die 6-0-Deckung der Eintracht war über weite Strecken zu harmlos gegen den Rückraum, die 5-0-1 gegen Pierre Sogalla mit Denny Friedl auf Spitze war nur bedingt von Erfolg gekrönt. Über das 2:5 und 5:11 baute Radis den Vorsprung zum 9:20 aus.

Auch in der Offensive sah es schlecht aus. Ob mit Martin Sowa und Andreas Lindemann am Kreis oder Denny Friedl auf Linksaußen, egal was Glinde versuchte, es gelang kaum etwas, um den Rückstand entscheidend zu verkürzen oder ihn in Grenzen zu halten. Immer wieder kam eine Zeitstrafe in die Quere, so dass sich das Team die Wurfchancen schwer erarbeiten musste. So gelangen Treffer meist nur durch Einzelaktionen, bei denen vor allem Philipp Klein in der zweiten Hälfte auftrumpfte. Der hätte sicher gern noch mehr Tore erzielt, doch einige Entscheidungen der Schiedsrichter waren sehr unglücklich.

Auch die rote Karte gegen Kreisläufer Norman Bergelt nach einem Zweikampf mit Matthias Scheller konnte Glinde nicht nutzen, verkürzte lediglich zum 16:23. Der negative Höhepunkt war schließlich der Treffer von Sogalla nach Ballgewinn ins leere Tor. Zwar kam Glinde zum Ende noch zum 35:39 heran, doch der Erfolg des TuS Radis geriet nie in Gefahr. Die Gäste wahrten also sein Chance auf den Ligaverbleib, während der Eintracht zum Saisonende die Puste ausgeht.

Eintracht Glinde: Wiese, Oppenheimer - Sonntag (2), Klein (4), Langoff, Sowa (5), Steinweg (1), Friedl (8/1), Scheller (5), Lindemann, Frank (10)

TuS Radis: Wiese, Panhans - Lampe (7), Schmidt, Mensch, Knabe (6/4), Sogalla (10), Michna (3), Bergelt (4), Johannis, Blechschmidt (4), Just (5)

Siebenmeter: Glinde 1/1 - Radis 4/4; Zeitstrafen: Glinde 9 - Radis 6; Rot: Matthias Scheller (3x2 Minuten, 35:44), Andreas Lindemann (3x2 Minuten, 44:47) -beide Glinde-, Christian Schmidt (3x2 Minuten, 55:23), Norman Bergelt (31:46 Minuten)