Die ersten dreieinhalb Minuten in der zweiten Halbzeit gingen völlig an der TSG Calbe vorbei, nach dem 10:10 zur Pause lag der Handball-Sachsen-Anhalt-Ligist gegen den SV Langenweddingen mit 11:14 zurück und erholte sich davon nicht mehr. Der Gastgeber verlor mit 26:27. Doch die Misere begann schon früher.

Calbe. Viel zu nervös, viel zu ängstlich trat die TSG von Beginn an auf. Die Unsicherheit, die die knappe Niederlage im Pokalfinale vor einer Woche mit sich brachte, war deutlich spürbar. Fangfehler, Ballverluste und Fehlwürfe prägten das Spiel, 45 Angriffe blieben im gesamten Spiel ohne Erfolg. Lediglich die Keeper Daniel Bertram, der in der zweiten Hälfte sieben Würfe auf seinen Kasten hielt, und Robert Knörich, der nach seiner Einwechslung drei Paraden zeigte, präsentierten sich in guter Form.

Felix Kralik, der mehrfach hinter der Bank am Boden liegend nach Luft rang, musste zwischenzeitlich eingestehen: "So wird das nix, wenn wir das Tor nicht treffen." Schließlich erarbeitete sich das Team im Positionsspiel gute Möglichkeiten, doch die Würfe waren zu unplatziert. So konnte sich Matthias Krüger im Tor der Gäste zu acht Paraden in der zweiten Hälfte steigern, in der ersten waren es ähnlich viele.

Trotz der schlechten Quote blieb Calbe weitgehend im Spiel, vor allem über die Schnelle Mitte waren entweder Kralik oder Ron Barby erfolgreich. Mit einer offenen Manndeckung in einer Phase, als Langenweddingen in dreifacher Unterzahl agieren musste, verkürzte das Team nach dem 21:26 (55.) zum 25:27 (59.). Doch Christian Hübner traf nur den Keeper und Barby verlor den Ball - zwei Chancen, die dem Spiel die Wende hätten geben können. Auch nach dem 26:27 war Calbe in Ballbesitz, Tino Bzdok hinderte Hübner an einer klaren Torchance und sah die rote Karte - doch der Strafwurf blieb aus. Es gab nur Freiwurf in Höhe der Neun-Meter-Linie. Hübner warf den Ball über das Tor.

Der Grund für die Niederlage war dieser letzte Versuch aber nicht. "Es ist eine reine Kopfsache", sagte Interimscoach Peter Weiß. Die Spieler müssen nun ihre Nervosität bezwingen, um die Saison spätestens am 21. Mai vor heimischem Publikum gegen den HSV Haldensleben noch versöhnlich beenden zu können.

TSG Calbe: Bertram, Körich - Walter (1), Rätzel (3/1), Barby (5), Hulha (4), Rosst, N. Rätzel (1), M. Kralik (1), Fritsche, F. Kralik (7), Hübner (4)

SV Langenweddingen: Krüger, Tischmeyer - Friedrich (6), R. Schult (2), Schneider (1), Höppner (5), Lange (1/1), Hepig, Bzdok (5), Herrmann (2), Daffend (1), Heine (3), Rohr, S. Schult (1)

Siebenmeter: Calbe 2/1 - Langenweddingen 1/1; Zeitstrafen: Calbe 2 - Langenweddingen 5; Rot: Tino Bzdok (56:27 Minuten) -Langenweddingen-