Bisher war Annika Große ja immer zum Zuschauen gezwungen, 15 Monate hat sie pausiert (Mutterschaft) und dabei "immer mitgefiebert" in der Regionalliga-Saison. Im Pokalfinale hatte sie dann ihren ersten Auftritt für den SV Pädagogik Schönebeck. "Ich bin noch nicht wieder so fit wie vorher", sagt die 31-Jährige. "Aber ich bin in der Lage, dem Team zu helfen, das Ziel zu erreichen." Und das heißt Aufstieg in die 2. Volleyball-Bundesliga.

Schönebeck. Seit 15 Jahren spielt Annika Große nun schon Volleyball. Es wäre sicher nicht nur für die Außenangreiferin der bisher größte Erfolg. "Ich habe schon um den Aufstieg in die Regionalliga gespielt, bin mit dem SVP vor Jahren mal Vierter in der Regionalliga geworden", erinnert sie sich zurück. "Aber das, das ist das absolut Beste."

Auch in der Karriere von Steffi Schultze gipfelt das bisher Erreichte in den Auftritten in Bremen. Aber Aufregung hat sie bis gestern nicht verspürt. "Es herrscht Klassenfahrt-Stimmung", sagt die 30-Jährige. Trotzdem geht das Team mit dem notwendigen Ernst in das Turnier. "Alle sind hoch motiviert, die Trainingsbeteiligung war super, die Einsatzbereitschaft top", betont Steffi Schultze. Seit 1995 spielt sie Volleyball, hat viele Landespokale gewonnen, wurde Landesmeister mit der Zweiten des SVP und nahm in der A-Jugend an der Deutschen Meisterschaft im Beachvolleyball teil. Von der Chance am Wochenende wird das aber in den Schatten gestellt.

Am Mittwoch gab es das Abschlusstraining, "nur 90 Minuten lang", erklärt Trainer Dennis Raab. In der vergangenen Woche wurden verstärkt Angriffs-Situationen einstudiert, komplexe Übungen absolviert. Es wird ohnehin darauf ankommen, das eigene Spiel durchzuziehen, schließlich sind Stärken und Schwächen der Gegner nur bedingt bekannt. "Ich habe noch keinen von beiden spielen sehen", sagt Raab, der dennoch den TV Gladbeck zum Favoriten erklärt. Das Team habe eine gute Athletik und eine spielerisch gut besetzte Bank, mit Jutta Hoppe zudem eine 34-jährige Mittelblockerin mit Erfahrungen aus der 1. Bundesliga.

Der Vorteil der Schönebeckerinnen ist, dass sie beide Gegner in der heutigen Partie anschauen und analysieren können. "Dann können wir vielleicht optimistischer und lockerer in unsere Spiele gehen", schaut Annika Große voraus. Morgen geht es dann nach dem Frühstück mannschaftlich geschlossen in die Stadt, anschließend gibt es ein gemeinsames Mittagessen, dann eine kurze Besprechung. Ab Nachmittag gilt dann die Konzentration dem Spiel gegen Gladbeck, den Favoriten.

Diese Rolle wird Pädagogik nun auf keinen Fall zugewiesen, wenngleich Gert Stürmer, der Trainer der Gastgeberinnen, unbekannte Gegner nicht unterschätzen will. Auch Waldemar Zaleski vom TVG will nicht spekulieren, glaubt aber an die Spielstärke seines Teams und die Erfahrung, die es in der langen Saison mit 22 Spieltagen gesammelt hat. "Schönebeck ist das einzige Team, das als Drittplatzierter an der Aufstiegsrunde teilnimmt. Das wird schon ein Unterschied sein."

Schönebeck wird womöglich unterschätzt, das könnte seine Chance sein. Denn auch gegen Cottbus und Potsdam präsentierte es sich in der Saison stark, gewann in den Auswärtsspielen Sätze, was in den Jahren zuvor weniger der Fall war, und bezwang beide in heimischen Gefilden. Pädagogik hat sich also weiterentwickelt und wird das am Wochenende auch beweisen wollen.

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