Die einen behalten den Aufstieg im Auge, die anderen taumeln dem Abstieg entgegen. Während sich der Schöne- becker SC mit einem 2:1 (2:1)-Sieg alle Chancen auf den Titel in der Fußball-Landesliga wahrte, kann die SG Blau-Weiß Gerwisch nach der 17. Saisonniederlage für die Landesklasse planen. Doch so eindeutig wie es das Tabellenbild aussagt, verlief das Duell Tabellenführer gegen Tabellenletzter am Sonnabend nicht.

Schönebeck. Als sich der Gerwischer Jens Schacker nach 75 Minuten von Krämpfen geschüttelt auf dem Rasen wälzte, drohte den Gästen der letzte verfügbare Spieler auszufallen. Zuvor mussten Steffen Tangermann und Stefan Dudziak verletzt raus, so dass den Blau-Weißen jegliche personelle Alternativen fehlten. Schacker biss bis zum Ende auf die Zähne und kämpfte wie das gesamte Team um den Ausgleich - vergebens.

"Das war heute eine unserer besten Saisonleistungen", befand SG-Betreuer Harald Plamp. Und selbst SSC-Coach Christian Kehr lobte den Gegner: "Gerwisch hat eine gute Einstellung gezeigt."

Dass die Schönebecker trotz klarer spielerischer Vorteile und mehr Torraumszenen gegen den Abstiegskandidaten lange um den Sieg zittern mussten, lag an ihrer schwachen Chancenverwertung. "Wir waren in der zweiten Halbzeit vor dem Tor zu inkonsequent", sagte Kehr. Vor allem Maik Adrian stand an diesem Tag neben den Schuhen. Der Stürmer vergab vier, fünf "Hundertprozenter" und hätte für eine Entscheidung sorgen müssen.

Dafür schlug ein anderer Schönebecker zweimal eiskalt zu - Danny Rothe. In der 18. Minute schoss er nach einer zu kurzen Faustabwehr von SG-Keeper Marco Pranke direkt ein (28.), danach staubte er bei einem Lattenabpraller (von Adrian) zum 2:0 ab (34.). Zuvor war der SSC tonangebend, wobei Pranke bei Kopfbällen von Adrian (16., 30.) und einem Schuss aus Nahdistanz dreimal glänzend reagierte.

Dass sich die Blau-Weißen trotz des Rückstands nicht aufgaben, sprach für sie. Oder für die Inkonsequenz der Gastgeber. Nach einem haarsträubenden Abwehrfehler verkürzte Mathias Herms auf 1:2 (36.). Danach "setzte bei uns Verunsicherung ein", sagte Rothe. Die Gäste blieben am Drücker.

Auch nach der Pause war vom Spitzenreiter wenig zu sehen. Vielmehr drängte die SG auf den Ausgleich. Nachdem Bach knapp das Tor verfehlte (51.), schoss Herms ans Lattenkreuz (55.). Eine Minute später musste SSC-Ersatzkeeper Dirk Bizuga in höchster Not klären.

Danach legte der SSC seine "Schlafmützigkeit" (Kehr) ab, kam zu guten Möglichkeiten, wobei Tobias Plantikow (68.), der insgesamt blass blieb, und Adrian (74., 84.) es versäumten, den Sack zuzubinden. Diese Nachlässigkeiten wurden fast bestraft, als sich ein abgefälschter Freistoß von Denis Schönfeld gefährlich senkte (81.). Bizuga war zur Stelle.

"Der Gegner war uns spielerisch überlegen. Aber wir haben das durch großen Einsatz wettgemacht. Riesen Kompliment an mein Team", sagte SG-Trainer Thomas Sauer. Christian Kehr freuten indes "nur" die Punkte und die Verteidigung der Tabellenspitze. "Wir müssen positiv bleiben. In Salzwedel wird es schwer genug."

Schönebeck: Bizuga - Wejsfelt, Renger, Buchholz, Ritzmann, Braunert (52. Palm), Lindner, Schulz, Rothe (79. Irmscher), Plantikow (67. Bolze), Adrian

SG Gerwisch: Pranke - Schönfeld, Tangermann (17. Schäfer), Hoppe, Karlowsky, Dudziak (34. Tietz), Herms, J. Schacker, Träbert, A. Schacker, Bach