Schönebeck (okr). Erik Bottroff ragte am Sonnabend im wahrsten Sinne des Wortes heraus. Mit seinen 2,04 Metern Körpergröße und 95 Kilogramm fiel der 21-Jährige beim Traditionstreffen der Tischtennisspieler des Schönebecker SV nicht nur optisch aus dem Rahmen. Auch spielerisch zeigte der Wahl-Herner bei dem freundschaftlichen Vergleich in der Sporthalle Ballenstedter Straße sein außergewöhnliches Können.

Bottroff ist das wohl größte Talent, das der Tischtennis-Verband Sachsen-Anhalt in den vergangenen zehn Jahren hervorgebracht hat. Bei dem gebürtigen Wittenberger wurde schon in frühen Jahren deutlich, dass er es bis an die deutsche Tischtennis-Spitze schaffen kann. "Ich bin mit zwölf Jahren zur Sportschule nach Magdeburg gewechselt, spielte da schon in der Oberliga-Mannschaft des TTC Börde", erinnerte sich Bottroff.

Von da an entwickelte er sich kontinuierlich weiter und sammelte in mehreren Vereinen Spielpraxis. Nach einem Abstecher beim TTV Ballenstedt, bei dem er auch mit dem heutigen SSV-Akteur Michael Kollatsch zusammenspielte, wechselte er auf das deutsche Tischtennis-Internat nach Heidelberg. Und die Erfolge stellten sich schnell ein: Im Jahr 2008 wurde Bottroff, der ursprünglich aus Zahna stammt, Deutscher Jugendmeister im Einzel und Doppel und gewann das Top 12-Turnier der Jugend. Nach einem Abstecher beim TTC Eilenburg in der Regionalliga schaffte das "Schwergewicht" den Sprung an die deutsche Spitze. Mit dem TTC Ruhrstadt Herne stieg der offensiv spielende Rechtshänder in die 1. Bundesliga auf und hielt dort prompt die Klasse. "Da ich in Dortmund meine Ausbildung absolviert und beruflich Fuß gefasst habe, werde ich in Herne ein weiteres Jahr dranhängen", sagte Bottroff. Und als wäre es eine Selbstverständlichkeit, erzählt das Talent von seinen Trainingseinheiten in Düsseldorf. "Da spiele ich immer mit Timo Boll, Christian Süß und Dimitrij Ovtcharov zusammen." Klar, dass sich der Westdeutsche Meister von 2009 von den drei deutschen Topspielern einiges abschauen kann. Dies war am Sonnabend, beim Treffen mit seinen ehemaligen Mannschaftskollegen, zu sehen. Nicht nur optisch, sondern auch in spielerischer Hinsicht...