Am Ende versöhnte zumindest die letzte Viertelstunde, in der die TSG Calbe am Sonnabend den 34:20 (13:9)-Erfolg gegen den HSV Haldensleben sicherstellte. Damit zog sie nach Punkten mit Landsberg gleich und hat das bessere Torverhältnis. Beim HVSA zählt jedoch der direkte Vergleich. Den hat der LHV gewonnen, er bleibt damit Vierter der Sachsen-Anhalt-Liga.

Calbe. Es gab viele Szenen in den Anfangsminuten, die erahnen ließen, dass es ein "komisches" Handballspiel zwischen beiden Teams werden würde. Beispielsweise wusste Keeper Robert Knörich wohl selbst nicht genau, wie er diesen Siebenmeter gehalten hatte, jedenfalls prallte der Ball gegen die Hand, was für gewisse Heiterkeit auf der TSG-Bank sorgte. Kurze Zeit später erzielte Rechtsaußen Guido Fritsche einen Treffer mit einem halb scharfen Wurf von halblinks, der abgefälscht ins Tor trudelte.

Die ersten Halbzeit war geprägt von vielen Fehlwürfen, Ballverlusten und technischen Fehlern auf beiden Seiten. Haldensleben, bei dem Oldie Michael Möritz und René Eichhorst aushalfen, war mit nur sechs Feldspielern angereist. Also verschleppte das Team das Tempo. "Daran haben wir uns angepasst", erklärte Co-Trainer Peter Weiß. "Wir waren zu statisch." Das Team verpasste es also, einen höheren Vorsprung zur Pause zu erzielen.

In der Kabine wurde das kritisiert. "Wir sollten nicht so verkrampft auftreten, sondern den Spaß am Spiel wiederfinden und im Tempo anziehen." Das gelang nach dem Wiederanpfiff zumindest bis zum 17:12, dann kassierte die TSG aufgrund fehlender Spannung in der Defensive einfache Gegentreffer. Erst nach dem 18:16 "war der Knoten geplatzt".

Die Defensive wurde offensiver ausgerechnet, sie spekulierte und antizipierte auf Pässe und erzielte somit einige Ballgewinne, die in einfache Treffer nach Kontern umgemünzt wurden. Beim 28:18 war eine Vorentscheidung gefallen, beim HSV wurde es eine Kraftfrage.

Auch Calbe hatte in der Folge wenig Möglichkeiten zum Wechseln, weil Ron Barby aufgrund einer Prellung nicht mehr weiterspielen konnte und Mathias Walter schon seit der vierten Minute aufgrund einer Verletzung ausfiel. Christian Hübner, Toni Sens und Andreas Doll waren gar nicht erst im Aufgebot. Doch das Team kompensierte die Ausfälle gut. Für Barby lief Maximilian Kralik auf Halbrechts auf und erzielte insgesamt sechs Treffer. Zudem blühte Sebastian Roost nach drei Fehlversuchen auf, verwandelte im Anschluss fünf Würfe und war so am 34:20-Erfolg maßgeblich beteiligt. Anschließend wurde mit den Fans gemeinsam das Ende der Saison gefeiert.

TSG Calbe: Bertram, Knörich - Walter, B. Rätzel (8/7), Barby (2), Hulha (7), Roost (5), N. Rätzel (2), M. Kralik (6), Fritsche (1), F. Kralik (3)

HSV Haldensleben: Domann, Wiechmann - Ma. Möritz (2), Mi. Möritz (2), Krüger (4), Teßmann (3/1), Fister (4/1), Eichhorst (5)

Siebenmeter: Calbe 7/7 - Haldensleben 5/2; Zeitstrafen: Calbe 3 - Haldensleben 5