Calbe (gle). Nach den beiden DDR-Meisterschaften und dem Pokalsieg Anfang der 50er Jahre im Großfeld-Handball folgte etwa zwanzig Jahre später die nächste überaus erfolgreiche Phase des Calbenser Handballs, nun allerdings in der Halle. Am 15. Mai 1971 erreichte die damalige erste Männermannschaft der TSG Calbe in der Dessauer ZAB-Sporthalle mit der Unterstützung von etwa 300 mitgereisten Fans nach einem dramatischen 17:13-Sieg im Entscheidungsspiel gegen Traktor Goldbach/Hochheim den Aufstieg in die DDR-Liga und begründete damit den Ruf der Saalestadt als Handballhochburg, der bis heute Bestand hat.

Vorausgegangen waren die Erringung des Bezirksmeistertitels der Saison 1970/1971 und die Aufstiegsspiele gegen Goldbach/Hochheim, Ronneburg und Sonneberg. Immerhin zehn Jahre, bis 1981, gehörten die Saalestädter dann der zweithöchsten Spielklasse der DDR an. Die Aktiven und viele Handball-Fans werden sich noch genau an die Heimspiele in der Sporthalle Zuckerfabrik erinnern, denn die Halle war aufgrund der Heimstärke der TSG sowie der tollen Stimmung bei allen Gegnern gefürchtet.

Den Aufstieg realisierten: Lothar Meinhardt, Gerd-Willi Kähler, Reiner Ernst, Eberhard Figur, Rolf Kiese, Friedhelm Kirst, Günther Käppel, Wilfried Kramer, Hartmut Doll, Manfred Seifert, Willi Höfermann, Hilmar Mannsfeldt und Heinz Rasche. Der Trainer war Walther Just, als Betreuer fungierten Ernst Haase und Otto Häntsch.

Im Mai 2006 fanden sich die Akteure von einst zusammen und trugen anlässlich des 35-jährigen Jubiläums ein Freundschaftsspiel in der ehemaligen Wirkungsstätte Zuckerfabrik gegen den alten Rivalen BSG Motor Staßfurt aus. Unter der Leitung des Schiedsrichtergespanns Peter Conrad und Ernst Werner ließ man noch einmal die alte Klasse aufblitzen. Heute spielt man altersbedingt nicht mehr Handball, sondern schiebt regelmäßig "eine ruhige Kugel" auf der Kegelbahn.