Am Sonntag findet im Stadion an der Magdeburger Straße der 7. Schönebecker SoleCup statt. Das Werfer-Meeting lockt auch in diesem Jahr wieder mit einem attraktiven Teilnehmerfeld klangvoller Namen, darunter viele Nachwuchs-Talente. Diesem Status ist Diskus-Werfer Martin Wierig vom SC Magdeburg längst entwachsen. Der 23-Jährige hat sich kürzlich mit einem 67,21-Meter-Wurf an die Weltspitze katapultiert und war am Donnerstag dabei, als die Starterlisten in der Salzland-Sparkasse Staßfurt bekanntgegeben wurden.

Schönebeck/Staßfurt. Im menschenleeren Eingangsbereich der Salzlandsparkasse wirkt Martin Wierig etwas verloren. Da steht der 2,01-Meter-Hüne und blickt unsicher die gläsernen Treppenaufgänge hinauf, scheint sich dabei zu fragen: "Wo soll ich hier eigentlich hin?" Doch anders als am vergangenen Donnerstag vor der Verkündung des Starterfeldes für den 7. Schönebecker SoleCup, weiß der Modellathlet, der für den SC Magdeburg startet, beim anschließenden Pressetermin genau, wohin und vor allem, was er will: "Schönebeck ist für mich der Abschluss der Wettkampfserie. Dann geht es wieder ins Training, wo der Grundstein für Daegu gelegt wird", sagt Wierig mit Bestimmtheit.

Daegu, Daegu und immer wieder Daegu. Die mit 2,5 Millionen Einwohnern viertgrößte Stadt Südkoreas wird wohl am Sonntag allbeherrschendes Thema unter den Athleten sein. Denn anders als Diskus-Werfer Wierig, der sich vor drei Wochen mit neuer persönlicher Bestleistung von 67,21 Metern beim Wurf-Meeting in Halle/Saale seine Teilnahme an der Leichtathletik-Weltmeisterschaft Ende August sicherte, müssen andere Werfer noch um ihr Ticket in Richtung koreanische Halbinsel bangen.

Doch nicht nur dieser "Schafft er es oder schafft er es nicht"-Nervenkitzel ist es, der den SoleCup von Jahr zu Jahr immer weiter aufzuwerten scheint. Es ist vor allem das attraktive Teilnehmerfeld mit seinen klangvollen Namen, das sicher auch in der nunmehr siebten Auflage des Wurf-Meetings zahlreiche Besucher ins Stadion an der Magdeburger Straße locken wird. "Selbst als hartgesottener Bänker ist man emotional berührt, wenn man solche Spitzenathleten wie in Schönebeck sieht", sagt Hans-Michael Strube vom Vorstand der Salzland-Sparkasse, dem Hauptsponsor, mit einem leichten Augenzwinkern.

Doch Hauptorganisator Hans-Peter Bischoff, der den SoleCup zusammen mit dem Schönebecker SC auf die Beine stellt, ist noch nicht ganz zufrieden mit dem Teilnehmerfeld. Hier und da müssen Kompromisse eingegangen werden, zudem fehlen einige Namen aus den Vorjahren. "Jemand wie Matthias de Zordo gehört einfach wieder nach Schönebeck", so Bischoff. Der Speerwerfer schaffte vor einem Jahr mit seinem "Wunderwurf" über 84,38 Meter den Sprung in die Weltelite und soll nachträglich noch für den Sonntag gewonnen werden. Bischoff ist diesbezüglich guter Dinge.

Hoffnungsvoll ist auch Wierig mit Blick auf sein Ziel beim SoleCup. "Ich will beständig meine 67 Meter werfen. Und außerdem ist da ja noch die Sache mit dem Kasten Bier", sagt Wierig und spielt damit auf eine Wette mit seinem Trainer Armin Lemme an. Dieser lobte eben jenen Kasten aus, sollte Wierig dessen 30 Jahre alte Bestmarke von 68,50 Metern knacken. Wierig weiß eben ganz genau, was er will.