Calbe l Erst in den letzten zehn Minuten des Spiels brachte Schlusslicht Kreveser SV den Ball noch zweimal im Calbenser Kasten unter und sicherte sich so ein 2:2 (1:0)-Unentschieden in der Fußball-Landesligapartie. Da der bis dato punktgleiche Ligakonkurrent Union Schönebeck sein Spiel gewann, verlor die TSG ihre Spitzenposition. Doch das ist nicht, was TSG-Trainer Marko Fiedler ärgerte. Vielmehr war es das Auftreten seiner Mannschaft. „Die Tabellenführung ist zwar weg, aber das ist nicht ausschlaggebend. Es sind noch genug Spiele.“

Ernüchtert oder enttäuscht sind Schlagworte die der Coach nennt, wenn er seine Gefühle zur Begegnung wiedergibt. Und spricht nicht nur in seinem Namen. „Wir möchten uns bei den Zuschauern, unseren Fans und unseren Sponsoren, die zahlreich da waren, für die Leistung entschuldigen.“ Ein Drumherumreden gibt es nicht, der Fehler nicht bei anderen gesucht.

Leidenschaft hat gefehlt

Bereits in der vergangenen Spielzeit taten sich die Calbenser schwer mit den Altmärkern. Doch das ist nicht mehr in den Köpfen. „Bei uns haben die Zielstrebigkeit und die Leidenschaft gefehlt“, haderte Fiedler. „Krevese hat uns das Leben schwer gemacht. Das Team hat den Punkt verdient geholt. Für uns fühlt es sich aber wie eine Niederlage an.“ Dabei ging die TSG in der zweiten Minute durch Lucas Dübecke in Führung. „Es war gut, dass das Tor so zeitig kam“, fand Fiedler. „Und wenn wir den Ball in Ruhe laufen gelassen haben, dann sah es auch nicht schlecht aus.“

Aber zum größten Teil mangelte es an der nötigen Körpersprache, es schlichen sich Fehler in den Spielaufbau oder die Passschärfe und -genauigkeit waren nicht vorhanden. „Wir haben uns durch individuelle Fehler selbst bestraft.“ Alexander Schellbach, der zwar gute Aktionen zeigte, aber wie Dübecke zu wenig Laufbereitschaft an den Tag legte. Alexander Voigt, der trotz des stürmischen Wetters lang zu Christian Baartz passte, obwohl andere Mitspieler näher standen – sind Beispiele dafür.

Geduldig weiter spielen

Für die zweite Hälfte hieß es dann: geduldig weiter spielen. „Da haben sie sich auch ein bisschen gefangen“, so Fiedler. „Da waren gute Sachen dabei.“ Ein Foul an Stefan Ristovski hätte bereits die 2:0-Führung bedeuten können, doch Keven Harms verschoss. Dafür setzte sich Ristovski ein paar Minuten darauf bei einer Eins-gegen-Eins-Situation durch und schlenzte das Runde ins lange Eck (75.). Aber auch die vertane Chance durch Harms war nicht ausschlaggebend für das Ergebnis. „Unser Abwehrverhalten war nicht gut. Krevese hat mit elf Mann verteidigt. Aber wir haben schon vorher gewusst, dass sie das tun.“

Glück hatte die TSG, als die Gäste das Leder an den Querbalken setzten. Unglück, als Krevese seinerseits einen Strafstoß verwandelte (2:1, 86.), der gegeben wurde, nachdem Pascal Weber, obwohl sich der Ball nicht im Strafraum befand, einem Gegenspieler am Trikot zog. Auch das ein individueller Fehler. Doch noch schwerer wog, dass die Saalestädter nicht alles gaben – was ihnen in der Nachspielzeit den Sieg kostete. Der Ball prallte in der 94. Minute an Enrico Palms Kopf ab, dieser setzte nicht nach, Harms und Weber klärten nicht – 2:2.

Viele Verletzungen

„Die Mannschaft hätte sich nach dem 2:0 cleverer zeigen müssen“, urteilte Fiedler. „Die Truppe hat die Woche über gut trainiert. Aber das hat sich wie ein Freundschaftskick angefühlt.“ Die Freude über den gewonnenen Punkt wäre beim Kreveser SV noch größer gewesen, hätten sich nicht zwei Spieler verletzt. Schon beim Aufwärmen verletzte sich ein Kreveser am Knie, ein weiterer kugelte sich während der Partie die Schulter aus. Die Fußballabteilung der TSG Calbe spricht beiden Akteuren die besten Genesungswünsche aus.