Stefani Mußmann war ein tolles Beispiel an Ehrgeiz und Einsatz. Die Rechtsaußen des HC Salzland 06 II hatte gegen die körperlich größere Lisa Wolf von der SG Lok Schönebeck einen schweren Stand, setzte sich im Eins-gegen-Eins dennoch mehrfach gut durch und ließ die Handballerin nicht an sich vorbei. Doch dem gesamten Abwehrverbund gelang dies zu selten, der HCS musste sich in dieser Partie der Sachsen-Anhalt-Liga mit 27:36 (13:16) geschlagen geben.

Staßfurt. Es gab eine Phase beim HCS, da hat einfach alles gepasst. Das war hauptsächlich zu Beginn der zweiten Halbzeit. In der Defensive packte der Innenblock mit Marion Rieck und Anne Förster kräftig zu, forcierte Ballgewinne, die erfolgreich abgeschlossen wurden. Den 13:19-Rückstand verkürzten die Gastgeber somit innerhalb von sechs Minuten zum 18:21 (40.). Näher kamen sie aber nicht heran, ein ärgerlicher Ballverlust verhinderte den Anschlusstreffer. Überhaupt waren die technischen Fehler und Fehlwürfe die Ursache für die Niederlage. Von beiden hatte Salzland am Ende jeweils 19 produziert, verwarf dabei noch drei Freie.

Dabei hatte sich der Gastgeber auch zu Beginn ordentlich verkauft, versuchte sich gegen den guten Rückraum mit Sabrina Koeck und Carolin Schedlo in einer 4-2-Deckung. Bis zum 4:4 (10.) gestaltete das Team die Partie somit ausgeglichen, weil Lok mit seinen Einzelaktionen nur wenig Erfolg hatte. Doch dann agierte die Abwehr zu harmlos, zu körperlos. Hinzu kam Pech in der Offensive, als sich beispielsweise Elfi Seifert auf Rechtsaußen gut durchgesetzt hatte, ihr beim Wurf aber der Ball aus der Hand glitt, oder zweimal in Folge an den Pfosten knallte.

Nach der Auszeit von Trainerin Heike Mußmann fing sich das Team aber wieder, Marion Rieck traf zweimal aus dem Rückraum und verkürzte somit den Rückstand zur Pause zum 13:16. Nach dem Wechsel war Salzland wieder dran, doch dann kam der Kraftverlust, dann kamen die Fehlwürfe und Ballverluste, dann nahm die Niederlage ihren Lauf, es war bereits die 14.

Um endlich den ersten Sieg einzufahren, sollte das Team das Engagement aus der zweiten Halbzeit von Beginn an zeigen. Dass es diese notwendige Aggressivität, die Laufbereitschaft und das Potenzial in der Offensive hat, das hat es von der 31. bis zur 45. Minute unter Beweis gestellt. Mit der richtigen Einstellung könnte am Sonnabend beim Dessau-Roßlauer HV durchaus ein Erfolg möglich sein. Stefani Mußmann hat gezeigt, wie es funktionieren könnte.

HC Salzland 06 II: Braune, H. Mußmann – Zeidler (1), S. Mußmann, Seifert (5), Rähm, Kohn-Bolze (1), Förster (7), Nahrendorf (2), Böge (2), Arnold (1), Rieck (8)

Lok Schönebeck: Suchan, Virkus, Thiel – Wolf (8), M. Krause (5), Schedlo (5), Koeck (12), Sauer, N. Krause (1), Stagge (1), Braun, Depta, Kalwatz (4)

Strafwürfe: HCS 1/3 – Lok 3/3; Zeitstrafen: HCS 4 – Lok 5