Es fiel André Hein sicherlich nicht schwer, tröstende Worte zu finden nach der Niederlage, obwohl der HC Salzland 06 so nah dran war an einem Erfolg, noch dazu gegen einen Favoriten für den Aufstieg und Tabellenführer der Mitteldeutschen Handball-Oberliga. Doch der Trainer wird seine Schützlinge nach dem 20:23 (12:12) gegen den HC Rödertal aufbauen können, schließlich "kann ich dem Team nach dieser Leistung nur ein Kompliment aussprechen".

Aschersleben. Die Einstellung, mit der der HCS erneut auftrumpfte, dürfte auch die Gäste beeindruckt haben. Genauso konzentriert, wie Hein seine Mannschaft beim Einspielen beobachtete und sich taktische Varianten überlegt hat, trat der Gastgeber dann auf. Waren es erst Teresa Sacher und Anne Pätzold im Innenblock der 6-0-Abwehr, die den Rückraum der Gäste vor Probleme stellten, sorgten Silke Ruthe und Pätzold zwischenzeitlich in einer 5-1 für Ballgewinne. Rödertal produzierte zwölf Ballverluste in den ersten 30 Minuten. Das sonst so schnelle Passspiel konnte der HCR somit nur bis auf neun Meter aufziehen, dann wurden sie energisch gestört. Wenngleich Hein zwischenzeitlich mehr Körpereinsatz forderte: "Ihr müsst sie öfter festmachen." Der Rückraum jedoch war praktisch über die gesamte Spielzeit abgemeldet.

Auch in der Offensive bewies das Team Geduld, spielte die Angriffe lange und sicher aus. Das schmeckte den Gästen, die vor allem auf schnelle Konter aus waren, nun gar nicht. So war der Spielstand in der ersten Halbzeit lange ausgeglichen, Salzland führte kurz vor der Pause mit 12:10. "Da hätten wir uns einen größeren Vorsprung herausarbeiten müssen", schätzte Hein ein. "Dann wäre vielleicht etwas möglich gewesen." Doch Rödertal glich noch zum 12:12 aus.

Nach dem Wechsel hielt Salzland die Partie gewohnt engagiert offen, doch nach zehn Minuten erfolgte der Einbruch. Zwei Ballverluste, ein verworfener Siebenmeter und eine Unterzahlsituation später hatte der Gast seinen 14:15-Rückstand in eine 20:15-Führung gedreht. "Wir haben absolut am Limit gespielt", erklärte der HCS-Coach. "Es ist normal, dass wir irgendwann nachlassen." Rödertal hingegen, mit der Physis einer Profimannschaft ausgestattet, legte in dieser Phase zu. Ihre agile Rückraumakteurin Jessica Stiskall leitete die Angriffe geschickt ein, Linksaußen Paula Förster verwandelte zweimal geschickt. Da halfen auch die zehn Paraden, darunter vier Freie, von Keeperin Carolina Taczewska nicht. Erst als Stephanie Jäger den erlösenden 16. Treffer für ihre Farben erzielte, bäumten sich die Gastgeber noch einmal auf. In der 5-0-1 mit Mareike Fiedler auf Deckungsspitze gegen Stiskall verkürzte er zum 20:22 durch Nicole Kramer (59.), doch den Sieg ließ sich Rödertal nicht mehr nehmen.

Die Niederlage war zwar schade, "sie wirft uns aber nicht aus der Bahn", betonte Hein. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir mit dieser Einstellung bald wieder Erfolge einfahren werden." Am kommenden Sonntag um 13.30 Uhr gibt es beim SV Union Halle-Neustadt II die erste Gelegenheit dafür.

HC Salzland 06: Schöne, Tarczewska – Ruthe (3/3), Pätzold (6), Fiedler, Kramer (6/2), Günther (2), Geipel, Jäger (3), Reinl, Sacher, Stein

HC Rödertal: Rammer, Reichel – Alesiunaite (7/6), Stöhr (4), Rost (2), Stiskall (2), Nepolsky (2), Löwe (2), Förster (2), Gabbert (1), Sander (1), Rothe

Siebenmeter: Salzland 7/5 – Rödertal 7/6; Zeitstrafen: Salzland 6 – Rödertal 6