Es war eine enge Handball-Partie der Sachsen-Anhalt-Liga zwischen Germania Borne und der SG Seehausen, die keinen Sieger verdiente - und es gab auch keinen. Beide trennten sich mit 21:21 (8:8). Der Verlauf war durch Kampf und Härte geprägt und nahm ein unrühmliches Ende mit vier Roten Karten.

Borne l Zum Schluss wurde es hektisch. 15 Sekunden vor Abpfiff erhielt Matthias Weber von den Gästen seine dritte Zeitstrafe - Rot. Sechs Sekunden vor Abpfiff verhinderte Bornes Steffen Halfpap einen schnellen Anwurf der Seehausener mit einem Kopfball - Rot. Mit dem Abpfiff gerieten Jörg Friedrich und Christian Söhnel aneinander - Rot für beide!

Jedoch wurde zuvor auch noch Handball gespielt. Die Gastgeber gingen in einer zerfahrenen Anfangsphase mit 2:0 in Führung, ehe die Gäste nach neun Minuten per Strafwurf verkürzten. Vor allem Bastian Krautwald, Schlussmann der Germania, hielt die Null so lange fest. Nach dem Abgang von Dino Spiranec präsentierte er sich stark als neue Nummer eins. Um auch ihm Pausen zu gewähren, war Betreuer Christian Kowalski Ersatztorhüter.

Borne schien das Ruder aus der Hand zu geben, lag nach 17 Minuten mit 3:5 hinten. Doch bis zur Halbzeit glichen die Gastgeber wieder aus. Kurzer Schreckmoment in der 27. Minute: Jörg Friedrich krachte nach einem Konter im vollen Sprint mit Seehausens Schlussmann Sebastian Johannes zusammen, blieb benommen am Bode liegen. Von den Rängen wurde eine Rote Karte gefordert, doch es gab nichts. Friedrich konnte weiterspielen.

Mit nur acht Treffern beider Teams ging es in die Pause. Zuvor glaubte Andreas Lampe aus dem Trainergespann mit Sven Klippstein, dass 30 Treffer nötig seien, um auf die Siegerstraße zu gelangen. Danach sah es jedoch nach 30 Minuten nicht aus.

Nach 45 Minuten stand es 15:15, kein Team konnte sich absetzen. Einen großen Anteil daran hatte weiter Krautwald, der einen starken Tag erwischte. Die Führung wechselte ständig. Es blieb ein Spiel auf gleichem Niveau. Borne agierte hinten aggressiv, erstickte Seehausens Bemühungen oft im Keim. Doch vorn wurde zu oft überhastet abgeschlossen. Immer wieder wurde die Brechstange ausgepackt - meist ohne den gewünschten Erfolg.

Kurz vor dem Ende der Partie führten die Gäste mit 21:19. Steffen Wartmann versenkte seinen Nachwurf des vergebenen Siebenmeters zum 20:21, Guido Lahne glich anschließend aus. Dann überschlugen sich die Ereignisse. Seehausen wollte schnell anwerfen, die verbleibenden sechs Sekunden nutzen. Doch dann wurde es hektisch und die Schiedsrichter hatten viel zu tun.

"Das war ein teures Unentschieden", erklärte Lampe im Hinblick auf die beiden Roten, die Sperren nach sich ziehen. Mit der Defensive war er zufrieden: "Acht Gegentore zur Pause belegen unsere aggressive Deckungsarbeit." Das Manko lag vorn. "Zur Pause hätten wir schon führen können. Und besonders in den letzten fünf Minuten wurde überhastet abgeschlossen. Aber das Team hat gekämpft und am Ende einen Punkt gewonnen."

Germania Borne: Krautwald, Kowalski - Schulke, Scholz (1), Jens Friedrich (1), S. Halfpap (4), Lahne (1), Wartmann (3), Jörg Friedrich (6), Hohmann (5), T. Halfpap

Siebenmeter: Borne 6/6 - Seehausen 6/5; Zeitstrafen: Borne 3 - Seehausen 7; Rot: Matthias Weber (3x2 Minuten, 30. Minute, Seehausen), Steffen Halfpap (Unsportlichkeit, 30. Minute, Borne), Jörg Friedrich (Unsportlichkeit, 30. Minute, Borne), Christian Söhnel (Unsportlichkeit, 30. Minute, Seehausen)

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