Fußball-Landesligist SV Förderstedt - eine Mannschaft zwischen Genie und Wahnsinn. Langeweile bot die Elf von Lothar Lampe den Zuschauern definitiv nicht. Doch was sie ebenfalls nicht bieten konnte: Konstanz. Acht Siegen stehen sechs Niederlagen gegenüber und 27 Treffern 34 Gegentore gegenüber. Dennoch belegt der Aufsteiger Platz vier.

Förderstedt l "Wir sind alle sehr zufrieden mit dem Tabellenplatz. Er bestätigt unsere harte Arbeit", resümiert Lampe. "Als Aufsteiger unter den schwierigen Bedingungen der Landesliga können wir auch zufrieden sein." Insbesondere Tabellenführer FSV Barleben und der Burger BC hätten deutlich andere Voraussetzungen, anders "als bei unserer Dorfmannschaft. Etwas Glück gehört natürlich auch dazu", so Lampe.

Doch besonders eine Partie brannte sich den Förderstedtern ins Gedächtnis ein. Am 5. Spieltag kamen sie vor heimischer Kulisse gegen den VfB Ottersleben mit 2:8 unter die Räder. "Das ärgert uns noch heute. Möglicherweise war es unser eigener Leichtsinn. Ottersleben ist eigentlich keine Übermannschaft", haderte der SVF-Coach.

"Drei Siege haben unseren Grundstein gelegt."

Zuvor legte der Aufsteiger einen Bilderbuchstart hin, überraschte sich damit sogar selbst. Ein 4:2-Derbysieg gegen Calbe, ein 2:0-Auswärtserfolg bei Fortuna Magdeburg und ein 3:2-Überraschungssieg gegen den Burger BC ebneten den Förderstedter Weg. "Die drei Siege haben unseren Grundstein gelegt. Man liebäugelt im Vorfeld natürlich mit guten Resultaten, aber neun Punkte waren nicht eingeplant und kamen unerwartet", erinnert sich Lampe an den Saisonauftakt.

Doch es folgte ein kleines Loch. Den drei Siegen folgten drei Niederlagen, darunter auch das 2:8 gegen Ottersleben. Insgesamt kassierte der SVF in drei Spielen satte 15 Gegentore. Die Abwehr litt dabei unter den vielen personellen Umstellungen. Zahlreiche Verletzungen zwangen Lampe dazu, jedes Mal eine andere Defensive aufzustellen.

Doch der Coach zieht aus der Negativserie ein positives Fazit. "Meine Jungs sind wieder aufgestanden. Sie haben das alles gut weggesteckt", lobt Lampe. Die große Stärke seine Truppe sei der Zusammenhalt, "es stimmt in der Mannschaft".

Nicht nur die Defensive litt unter den Verletzungen. Die Ausfälle von Maik Adrian und Marcus Bolze machten sich vorn bemerkbar. Doch dadurch spielte sich ein Youngster in den Vordergrund. Der 19-jährige Lukas Dübecke erzielte zehn Treffer und ist damit interner Torschützenkönig der Hinrunde und viertbester der Liga. "Lukas hat sich gut weiterentwickelt", lobt sein Trainer.

"Harte Arbeit, gepaart mit super Moral."

Die seltsame Serie der Förderstädter setzte sich auch nach den drei Niederlagen fort. Es folgten ein Sieg, eine Niederlage, ein Sieg und eine Niederlage - es mangelte an Konstanz. Die stellte sich dann ab dem 11. Spieltag ein: zehn Punkte aus vier Partien, darunter auch das achtbare Unentschieden in Barleben. "Dies war der Verdienst unserer harten Arbeit, gepaart mit der super Moral meiner Mannschaft", blickt Lampe zurück, denn "ohne Fleiß kein Preis".

Den Fleiß während des Trainings würdigt Lampe, der die Einheiten zusammen mit Spieler-Trainer Jens Liensdorf leitet. "Die Trainingsbereitschaft ist sehr gut." Einen Namen hebt er dabei besonders hervor: Maik Binnebößel. "Es ist bemerkenswert, wie er sich im Training schindet." Der Förderstedter Keeper genießt ein hohes Ansehen bei seinem Coach. "Maik hat uns viele Punkte festgehalten. Er ist ein sehr guter Torhüter, einer der besten der Liga."

In der Heimtabelle belegt der SV Förderstedt mit sechs Siegen und zwei Niederlagen den vierten Platz. "Unsere treuen Zuschauer im Rücken sind für uns sehr wertvoll", bedankt sich der Trainer. Mit der Torausbeute (21) ist Lampe durchaus zufrieden, doch "19 Gegentreffer sind zu viel". Auswärts müssen die Förderstedter eine Schippe drauf legen. Nur sieben Punkte aus sieben Spielen stammen aus der Ferne.

Für die Rückrunde hat der SVF vor allem zwei Ziele: "Wir müssen an der Konstanz arbeiten. Und wir wollen unter den ersten Fünf bleiben." Doch angesichts des schwierigen Startprogramms kommt auch der Blick nach unten nicht zu kurz. "Wir überschätzen uns aber nicht und schauen natürlich auch auf die Ränge unter uns, die uns auf den Fersen sind", erklärt Lampe.

 

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