Es war zweifelsohne der handballerische Höhepunkt am vergangenen Sportwochenende - das Spitzenspiel der Verbandsliga zwischen dem SV Wacker Westeregeln und dem SV Eintracht Gommern. Einen Sieger fand die Partie beim 32:32 (15:13)-Endstand zwar nicht, die 500 Zuschauer sollten dennoch auf ihre Kosten kommen.

Westeregeln l Gommern legte mit 3:1 vor, doch von Verunsicherung war bei den Gastgeben keine Spur. "Warum auch? Wir haben ja nur mit zwei Toren zurückgelegen - das ist normal, wenn man sich auf den Gegner einstellen muss", erklärte Wacker-Trainer Matthias Zeidler. Seine Sieben fand sich, übernahm die Führung und behauptete sie bis zur Pause (15:13).

Bereits nach acht Minuten sah Eintrachts Jens Schmidt den Roten Karton nach einem überharten Einsteigen gegen Andy Rothe. "Ob uns die Rote genutzt hat, kann ich nicht sagen. Gommern hat genug Spieler, um einen Ausfall ausgleichen zu können", so Zeidler. Gästetrainer Dirk Heinrichs hingegen sah seine Sieben ohne Schmidt geschwächt. "Damit war unsere 4-2-Deckung, die bis dahin sehr gut stand, geschwächt." Er stellte um, ließ Clemens Grafenhorst und Tobias Deutscher in Manndeckung nehmen.

Das Halbzeit-Fazit von Zeidler fiel, dem Ergebnis entsprechend, durchweg positiv aus. "Im ersten Durchgang waren Abwehr und Torhüter gut. Spielerisch waren wir klar besser." Vor allem Robin Salm im Wacker-Kasten glänzte mit zahlreichen Paraden. "Robin hat gut gehalten. Das Zusammenspiel mit der Abwehr funktionierte gut", lobte sein Coach.

Doch was zuvor so prächtig harmonierte, ließ im zweiten Durchgang nach. "Wir haben die Torhüter teilweise allein gelassen, weil wir uns nicht schnell genug formiert und einfache Würfe zugelassen haben."

In den Schlussminuten glich das Spitzenspiel einem Krimi - beide Teams hätten mit einem einzigen weiteren Treffer die Partie entscheiden können. Gommern setze alles auf eine Karte, das bot den Gastgebern Räume. Hagen Sommerfeld verkürzte zum 30:32, Wacker verwarf im Gegenzug, Gommern traf, Wacker vergab erneut, Gommern glich aus. 500 Zuschauer in der randvollen Halle sahen einen würdigen Abschluss der Partie.

"Wenn man das gesamte Spiel in Westeregeln sieht, dann hatte jede Mannschaft einen Punkt verdient", resümierte Heinrichs. Der Gästecoach machte sich während der 60 Minuten nicht viele Freunde bei den knapp 450 Wacker-Anhängern. An die Schiedsrichter gerichtete Sätze wie "Also ein bisschen Fairness erwarte ich bitte" oder "Ihr bestimmt hier die ganze Zeit das Spiel" und seine aktive Art an der Seitenlinie waren es, die ihn nicht beliebt machten.

Ein etwas anderes Resümee zog Matthias Zeidler. "Nutzen wir eine der freien Möglichkeiten am Ende, hätten wir gewonnen. Im Nachhinein betrachtet wäre der Sieg auch verdient gewesen. Aber da wir die Chancen nicht genutzt haben, war die Punkteteilung irgendwo in Ordnung."

Zeidler zieht positive Lehren aus dem Unentschieden gegen den Spitzenreiter. "Wenn man das ganze Spiel sieht, waren wir mannschaftlich besser. Es war ein super Handballspiel. Man hat gesehen, dass beide Mannschaften derzeit zurecht oben in der Tabelle stehen. Wir haben auch gesehen, dass sich vor allem unsere jüngeren Spieler weiterentwickeln und wir in der Breite stärker werden - darauf lässt sich aufbauen."

Zu den erfolgreichsten Werfern gehörten Steven Mack (sechs Treffer) und Jimmy Klockmann (sieben) - beide Jahrgang 1995. "Die beiden haben ein super Spiel abgeliefert, genau wie schon zuvor in Magdeburg. Ich hoffe natürlich, dass beide die Form halten können. Sie helfen uns in dieser Saison enorm weiter und sind fester Bestandteil unserer Mannschaft", lobte Zeidler.

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