Trainer René Schulze zog ein rundum positives Fazit nach dem Wintertrainingslager des SV 09 Staßfurt. Die Landesklasse-Fußballer hatten sich in Einheiten und drei Freundschaftsspielen verausgabt, immer mitgezogen und allesamt einen guten Eindruck hinterlassen.

Von Frank Nahrstedt

Staßfurt l Unter den insgesamt 20 Spielern, "einer erfreulich großen Anzahl", sagte Schulze, war auch Marcel Pusch, der mit sofortiger Wirkung vom TV Askania Bernburg an die Bode wechselt. "Man hat seine gute Veranlagung bereits erkennen können", schätzte der Trainer nach den Testspielen ein. Pusch ist sehr variabel und damit auch flexibel einsetzbar. "Er kann sowohl auf der Außenbahn als auch als Sechser oder als Zehner auflaufen", betonte Schulze. Wie Pusch hat auch Matthias Lieder gezeigt, dass er eine absolute Verstärkung für das Team ist, nicht nur durch seinen Treffer bei der 2:4-Niederlage gegen Einheit Wernigerode oder beim 3:1-Sieg über Unseburg (Volksstimme berichtete).

Die personellen und taktischen Möglichkeiten des SV 09 werden also größer. Mit Blick auf die letzten Partien in der Hinrunde der Landesklasse, als aufgrund einiger Verletzungen mehrere Spieler ausfielen oder angeschlagen auflaufen mussten, können die Verantwortlichen nun also erstmal durchatmen. Sie werden in Zukunft auf Ausfälle besser reagieren können.

Diese Situation hat natürlich einen angenehmen Nebeneffekt: Der Konkurrenzkampf erwacht von neuem. Nicht nur deshalb haben die Fußballer beim Trainingslager gut mitgezogen und sich nach schweißtreibenden Konditions- und Krafteinheiten auch in den Freundschaftsspielen nicht geschont. "Sie nehmen den Konkurrenzkampf positiv und ordentlich an", freute sich Schulze, der viele verschiedene Aufstellungen in den drei Partien gegen Unseburg/Tarthun (3:1), Einheit Wernigerode (2:4) und Grüne Tanne Wippra (7:1) testen konnte.

Bei allem Druck im Rennen um die Stamm- und Startplätze kam in den vier Tagen zwischen Donnerstag und Sonntag auch der Spaß nicht zu kurz. "Abends haben die Jungs zusammen gesessen, es waren mannschaftsbildende Maßnahmen", lobte Schulze die Einstellung seiner Schützlinge. "Das Salzlandcenter hatte dafür ideale Voraussetzungen." Neben dem Fitnessraum nutzte das Team auch die Sauna und weitere Räume zur Freizeitgestaltung. "Wir wurden sehr gut unterstützt. Für ein Wintertrainingslager war es ideal. Wir waren überhaupt nicht eingeschränkt."

Einziger Wermutstropfen war das Wetter. Aufgrund der Schneefälle und der hohen Minusgrade "mussten wir ein bisschen improvisieren". So standen hauptsächlich Konditions- und Krafttraining im Vordergrund, wenngleich auch ein paar Einheiten auf dem Platz möglich waren. Lediglich beim Einstudieren taktischer Vorgaben und Varianten gab es Probleme, weil es aufgrund des Wetters nicht möglich war, längere Pausen zu realisieren. "Aber das hat uns nur wenig gestört."

Den Konkurrenzkampf gibt es nach der Rückkehr von Robert Michalak, der ein halbes Jahr aus beruflichen Gründen in Kanada war, auch zwischen den Pfosten. In den Testspielen bekamen er und Philipp Beier beide ihre Einsatzzeiten, eine echte "Nummer eins" hat sich dabei nicht herauskristallisiert, erklärte Schulze, beide haben gute Leistungen abgerufen. "Es ist alles noch offen."

Nachdem im Sommer 2013 kein Trainingslager stattfand, war Schulze mit diesem zufrieden. "Für die Bedingungen, die uns das Wetter gab, hat das alles funktioniert. Das Salzlandcenter hat uns gut verpflegt." Der SV 09 hat sich also die Grundlagen für die Rückrunde erarbeitet. Taktisch wird sich das Team unter anderem im Test gegen Edelweiß Arnstedt am Sonnabend ab 14 Uhr weiterentwickeln.