Ziegelheim (chj) l Stapelte Uwe Mäuer, Trainer des HV Rot-Weiss Staßfurt, vor der Partie gegen das Schlusslicht der Mitteldeutschen Handball-Oberliga, LSV Ziegelheim, absichtlich tief? "Es wird brandgefährlich", warnte er im Vorfeld. Davon war wenig zu sehen. Seine Sieben demontiert die Gastgeber mit 35:23 (13:9). "Anfangs haben wir uns schwer getan. Aber letztendlich war es souverän", so Mäuer.

Im ersten Durchgang deutete noch wenig auf einen Kantersieg hin. "Ziegelheim hat ohne Tempo gespielt. Davon haben wir uns anstecken und einlullen lassen", monierte Mäuer. "Wir waren hinten zu träge." Und was hinten nicht funktionierte, setzte sich vorn fort. Denn auch die Offensive schien noch schläfrig. "Wir haben uns die Chancen gut herausgespielt, aber zu oft verworfen." Zwar führten die Gäste permanent, doch der Vorsprung war nie komfortabel genug für ein gemütliches Zurücklehnen.

Nach dem Seitenwechsel drehte der HVS auf. "Unser Bann war gebrochen", erklärte Mäuer. "Wir haben uns hinten gesteigert, standen besser." Auch die Offensive legte eine Schippe drauf. Vor allem der Rückraum konnte nun mehr Torerfolge verbuchen. Hinzu kamen leichte Ballgewinne aus einer nun soliden Abwehr, die durch Schlussmann Patrick Tuchen gut abgesichert wurde. Diese Balleroberungen münzten die Gäste gut in Konter um.

Während der HVS aufdrehte, baute der LSV ab. Insgesamt fehlten den Gastgebern acht wichtige Akteure. So waren die Ziegelheimer gezwungen, aus der Reserve aufzustocken. "So kann man die Klasse nicht halten", wusste Mäuer.

Dennoch machten sich die Staßfurter die Personalnöte der Gastgeber zu Nutze. Denn mit Steffen Moritz verblieb nahezu nur noch ein Spieler mit angemessenem Liganiveau. Und diesen nahm der HVS per offensiver 5:1-Deckung aus der Partie. So setzten sich die Rot-Weissen Stück für Stück ab und gewannen hoch verdient. Auch eine kleine Schwächephase zum Ende der Partie änderte daran nichts mehr.

"Wir hätten uns das Leben leichter machen können", blickte der Staßfurter Trainer zurück. Bei besserer Chancenverwertung hätte zur Pause alles klar sein können. Das stört Mäuer auch im Hinblick auf die Tordifferenz. "Wir hätten aus einem Plus von zwölf Toren 16 oder 17 machen müssen."

HV Staßfurt: Tuchen, Schliwa - Frank (3/5), Oswald (2), Ortmann (1), Bruchno (3), Retting (8), Jacobi (1), Rach, Praest (5), Hähnel (7), Scholz (1), Rindert (2)

Siebenmeter: Ziegelheim 2/3 - Staßfurt 3/3; Zeitstrafen: Ziegelheim 6 - Staßfurt 4